Wirtschaft auf Erholungskurs

Erstellt am: 23.04.2021 – Geändert am: 23.04.2021

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben vergangene Woche ihre Gemeinschaftsdiagnose vorgestellt. Bereits in diesem Jahr rechnen sie mit einer wirtschaftlichen Erholung. Anfang 2022 soll das Vorkrisenniveau erreicht werden. Dennoch brauche es jetzt strukturelle Reformen, mahnt Joachim Pfeiffer.

Noch drückt der aktuelle Lockdown den Aufschwung, aber sobald die Infektionsgefahr vor allem durch das Impfen gebannt sein wird, werde eine kräftige Erholung einsetzen. Die führenden Ökonomen der Bundesrepublik rechnen in ihrer Gemeinschaftsprognose mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2021 um 3,7 Prozent, 2022 sogar um 3,9 Prozent.

Kein "Weiter so"

Hierzu kommentiert Joachim Pfeiffer: “Die Zahlen zeigen, dass sich die Wirtschaft von den Auswirkungen der Pandemie erholt. Trotzdem wird uns langfristig ein “Weiter so” nicht aus der Krise führen. Statt neuer Subventionen und zusätzlicher Belastungen brauchen wir Reformen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig stärken und zu Innovationen anreizen. Hierzu gehören beispielsweise eine Reform der Unternehmenssteuer, die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren und die Einführung einer flexiblen Wochenarbeitszeit. Zudem muss deutlich mehr in eine zukunftsfähige Dateninfrastruktur investiert und die Digitalisierung in allen Bereichen mit Hochdruck vorangetrieben werden. Auch bei der Umsetzung der klimapolitischen Beschlüsse gilt es, die Bezahlbarkeit und Sicherheit unserer Energieversorgung zu gewährleisten, damit Deutschland ein wettbewerbsfähiger Industriestandort bleibt. Darüber hinaus müssen Deutschland und Europa weitere Freihandelsabkommen abschließen und sich dem weltweit zunehmenden Protektionismus entgegenstellen.“

Hintergrund:

Die sogenannte Gemeinschaftsdiagnose wird zweimal im Jahr im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt. Beteiligt sind das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, das Ifo-Institut in München, das Institut für Weltwirtschaft in Kiel, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle sowie das Essener RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

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