Volker Kauder bewegt: Ein Plädoyer für die Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung

Erstellt am: 08.09.2017 – Geändert am: 08.09.2017

Christen sind die weltweit größte verfolgte Religionsgemeinschaft. Zunehmend dramatisch sei ihre Lage dort, wo es keine staatliche Ordnung mehr gebe, um Minderheiten zu schützen, aber auch in islamisch geprägten Ländern, sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, bei seinem Besuch im Wahlkreis seines CDU-Kollegen Dr. Joachim Pfeiffer vergangenen Samstag. Statt eine Wahlkampfrede zu halten, nahm der Unionspolitiker die rund 200 Zuhörer im Katholischen Gemeindesaal in Korb mit seinem bewegenden Vortrag mit auf seine zahlreichen Reisen - von Indien über Pakistan, Ägypten und die Türkei bis hin zu Asylantenheimen in Deutschland - und stellte dabei klar, dass der Einsatz für Religionsfreiheit auch immer ein Einsatz für Frieden ist, der sich lohnt. Ein Land wie Deutschland sei geradezu in der Pflicht, seine Freiheiten sinnvoll zu nutzen. Dabei verschwieg er nicht das ethische und politische Dilemma, in welchem er sich als Politiker bei seinem Kampf gegen Christenverfolgung immer wieder befindet: „Man macht sich schuldig. Doch es gibt Situationen in der Welt, die sind nicht nur gut oder schlecht.“

 

Besonders schlimm hätten es Christen in Indien, China und Afrika. Ob durch den Terror von Boko Haram oder des Islamischen Staats - insgesamt werden rund 200 Millionen Christen weltweit verfolgt. Dies sei insbesondere in Ländern und Regionen der Fall, wo mehrheitlich Muslime lebten, erklärte Volker Kauder vor vollbesetztem Publikum, und führte als Beispiel Pakistan an. Dort herrsche das Blasphemiegesetz , das heißt, Lästerungen gegenüber Allah werden mit dem Tod bestraft. Doch am schwersten hätten es Christen in Nordkorea. Bereits zum 15. Mal führt das kommunistisch geprägte Land den Weltverfolgungsindex an, dicht gefolgt von Saudi-Arabien. Wie kann es dann sein, fragte der Bundespolitiker Kauder in die Runde, dass wir diesem Land Waffen liefern? „Hier kommt man als Politiker in ein großes Dilemma und macht sich schuldig. Doch es gibt Situationen in der Welt, die sind nicht nur gut oder schlecht.“ Eine strikte Abkehr von diesem Land würde die Situation sogar noch verschlimmern und die Region weiter instabil machen mit drastischen Konsequenzen nicht nur für den Nahen und Mittleren Osten.

Applaus erhielt Volker Kauder als er konstatierte, dass die Türkei Lichtjahre von Europa entfernt liegt. Verhandlungen mit diesem Land schließe er aus, es sei denn zu den Themen Religionsfreiheit und Menschenrechte. Denn „Europa ist mehr als nur eine Einrichtung aus Euro und Cent; es ist eine Schicksals- und Wertegemeinschaft, die auf der christlich-jüdischen Tradition beruht.“ Der Schutz der Religionsfreiheit muss daher Kern und Basis von Verhandlungen sein, und ganz und gar nicht als eine Nebensächlichkeit behandelt werden.

Christenverfolgung und Religionsfreiheit haben allerdings mehr mit Deutschland zu tun als man auf den ersten Blick vielleicht vermutet. Das wurde deutlich, als sowohl Volker Kauder als auch Dr. Joachim Pfeiffer auf die Situation der Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften zu sprechen kamen. Eine im Rahmen der Flüchtlingskrise veröffentlichte Studie von Open Doors, einer überkonfessionellen christlichen Organisation im Kampf für Religionsfreiheit, zeigt, dass dort hunderte religiös motivierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge stattfinden. Auch wenn sich die Situation aufgrund der Verteilung der Flüchtlinge auf die Kommunen nun etwas entspanne, „dürfen wir nicht hinnehmen, dass diejenigen, die wegen ihrer christlichen Religion zu Hause verfolgt wurden, das auch hier erleben“, ist Kauder überzeugt. Sollten Flüchtlinge daher nach ihrer Religion räumlich getrennt werden? Nein, sagt der bekennende Christ, vielmehr müssten wir anfangen, echte Religionsfreiheit und ein friedliches Miteinander zu leben - das könne und solle aber nicht nur der Staat durch Gesetze und Verbote tun, sondern jeder Einzelne sei gefragt.

Zum Abschluss forderte Kauder die anwesenden Gäste dazu auf, selbst aktiv zu werden - indem wir beten und die Lage der verfolgten Christen öffentlich machen. Nutzen wir unsere Freiheit!

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