Vitamin Z für eine starke Wirtschaft

Erstellt am: 16.09.2017 – Geändert am: 16.09.2017

Die Zeitarbeit hat in der öffentlichen Wahrnehmung mitunter einen schweren Stand. Dabei ist sie weit besser als ihr Ruf: Fast eine Million Menschen sind hierdurch in Arbeit, 93 Prozent von ihnen sind sozialversicherungspflichtig und 78 Prozent in Vollzeit beschäftigt, das zeigen die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Der Waiblinger Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer sprach dazu am Dienstag mit den Unternehmern der Zeitarbeitsfirma Strauss in Waiblingen.

Das Unternehmen ist im technisch-gewerblichen Bereich tätig und vermittelt die bei ihnen angestellten Fachkräfte an verschiedene Firmen in der Region. Im Gespräch mit Geschäftsführer Andreas Strauss wurde deutlich, dass der Grund für den hartnäckigen Negativ-Mythos Zeitarbeit wenig mit Fakten zu tun hat. So besteht im Vergleich zu einem herkömmlichen Angestellten einer Firma kaum ein Lohnunterschied. Beispielsweise wurden sogenannte Branchenzuschläge zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften vereinbart, die Lohnunterschiede zwischen Zeitarbeitnehmer und Stammmitarbeiter aufheben sollen. Die Zeitarbeitsbranche ist allerdings nicht nur ein Türöffner für Arbeitssuchende, wie häufig behauptet, sondern bietet Speziallösungen gerade auch für hochqualifiziertes Ingenieur-Personal, zum Beispiel in der Umwelttechnik.

Dass die Zeitarbeitsbranche lange Zeit ein Schmuddel-Image innehatte, liegt hingegen oft eher im psychologischen Bereich: Ein Zeitarbeiter würde zu oft noch nicht als Teil der Belegschaft angesehen, auch wenn er im gleichen Betrieb arbeitet, so Andreas Strauss weiter. Dabei ist die Zeitarbeit für Unternehmen unverzichtbar. Als „Vitamin Z“ trägt sie zu einer Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bei und, so Joachim Pfeiffer, steigert dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Und eine starke Wirtschaft schafft Beschäftigung, gute Löhne und hohe Renten. Wachstum und Wohlstand sind aber keineswegs ein Selbstläufer. Stattdessen gilt es, Freiräume und Flexibilität für den Arbeitsmarkt auch in Zukunft zu ermöglichen.

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