Fusion von Bayer und Monsanto

Erstellt am: 28.10.2017 – Geändert am: 28.10.2017

Anschluss an die Weltspitze nicht verlieren

Die Landwirtschaft ist eine strategische Zukunftsbranche, nicht nur wegen ihrer Bedeutung hinsichtlich des weltweiten Bevölkerungsanstiegs und den damit verbundenen drängenden Fragen der Welternährung. Entsprechend groß ist daher die Sorge, dass durch den geplanten Zusammenschluss der beiden Agrarkonzerne Bayer und Monsanto ein zu großer Teil des weltweiten kommerziellen Saatguts in der Hand eines einzelnen Unternehmens läge. Insbesondere die sogenannte „Empörungsindustrie“, also Nicht-Regierungsorganisationen und Verbraucherschutzverbände wie Campact, nutzt dies, um bei Verbrauchern gezielt Ängste zu verbreiten.


Zu der geplanten Übernahme sprach in dieser Woche der Waiblinger Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer mit dem Deutschlandfunk. Der Wirtschaftsexperte stellt sich gegen die Skepsis mancher NGOs: „Ich glaube, dass eine Fusion von Bayer und Monsanto hier einen positiven Einfluss für neue Innovationen und mehr Schlagkraft bedeuten kann, damit Deutschland und Europa auch in Zukunft weiter eine wichtige Rolle spielen“.
Der Wettbewerb im Agrarbereich werde teurer und schneller, daher würden die Unternehmen in diesem Bereich einen großen Anteil ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgeben. „Deshalb muss es das Ziel sein, nicht den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren“, fordert Pfeiffer gegenüber dem Deutschlandfunk. Auch mahnte der CDU-Politiker, sich nicht von Ängsten leiten zu lassen, sondern auch Chancen zu sehen: „Wenn diese Prüfung nun ergibt, dass durch die Fusion der Wettbewerb gleich bleibt oder noch angereizt wird, dann könnten weitere Effizienzpotenziale gehoben werden, die dann schlussendlich auch dem Verbraucher zu Gute kommen“.  


Um mögliche wettbewerbliche Risiken zu bewerten, prüft derzeit die Wettbewerbsbehörde der Europäischen Union den geplanten Kauf auf Herz und Nieren. Pfeiffer machte klar, dass das dabei maßgebliche Kartellrecht „ein scharfes Schwert bei dem Schutz des europäischen Wettbewerbs darstellt“. Die Brüsseler Beamten würden aber nicht nur die schiere Größe eines fusionierten Unternehmens beachten: „Es gibt eine ganze Reihe von weiteren Kriterien für die richtige Einschätzung der Marktmacht eines Unternehmens, beispielsweise die Finanzkraft, die Strukturierung der Absatzmärkte, Markteintrittshemmnisse, et cetera“, so Pfeiffer weiter.


Hintergrund: Im Mai 2016 legte die Bayer AG ein Übernahmeangebot für Monsanto über 62 Milliarden US-Dollar vor. Der Kauf wäre der größte in der Geschichte des Leverkusener Konzerns. Nach Verhandlungen einigten sich die beiden Agrarkonzerne auf einen Kaufpreis von 66 Milliarden US Dollar. Wenn die Kartellbehörden dem Kauf zustimmen, steigt Bayer damit zum größten Unternehmen weltweit in der Agrarchemie auf.

Zurück