Union setzt wichtige Akzente beim Jahressteuergesetz

Erstellt am: 18.12.2020 – Geändert am: 18.12.2020

Quelle: Canva

Am Mittwoch wurde mit dem Jahressteuergesetz verabschiedet. Im parlamentarischen Verfahren konnte die Union noch viele wichtige Akzente setzen. Von diesen profitieren Arbeitnehmer im Home-Office, Alleinerziehende, Land- und Forstwirte und insbesondere Vereine und Ehrenamtliche. Durch Steuerentlastungen und Bürokratieabbau soll ihre unverzichtbare Arbeit erleichtert werden.

Die Verdopplung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende auf 4.008 Euro gilt nun über 2021 hinaus. Auch die einmalige Steuerbefreiung für den Corona-Bonus in Höhe von 1.500 Euro wurde um sechs Monate bis 30. Juni 2021 verlängert. 

Im Kampf gegen die Steuerhinterziehung ist ein wichtiger Schritt gelungen. Die Verjährungsfrist zur Verfolgung schwerer Steuerhinterziehung wird von 10 auf 15 Jahre verlängert. Dies ist richtig und wichtig, denn es drohte, dass Cum-Ex-Straftäter straffrei davonkommen. Darüber hinaus ist es zukünftig möglich, auch bereits verjährte Taterträge aus Fällen der Steuerhinterziehung in großem Ausmaß einzuziehen. Das bedeutet, dass Erträge aus schwerer Steuerhinterziehung auch nach der strafrechtlichen Verjährung noch zurückgeholt werden. 

Auch für die Land- und Forstwirte wurden wichtige Verbesserungen erreicht. Mit der Anhebung einer Gewinngrenze können jetzt viele Zukunftsbetriebe den Investitionsabzugsbetrag noch besser nutzen. Und auch bei der Umsatzsteuerpauschalierung wurde eine Lösung erzielt. Ab 2022 können Betriebe bis zu einer Umsatzgrenze von 600.000 Euro die Pauschalierung nutzen. 

Mit der Schaffung einer Homeoffice-Pauschale, Erleichterungen bei der verbilligten Wohnraumvermietung und Steuerfreiheit der “Outplacement-Beratung” wurden außerdem weitere wichtige Entlastungen geschaffen.

Ein wichtiger Teil des Jahressteuergesetzes ist auch das Ehrenamtspaket mit vielen wichtigen Entlastungen für Ehrenamtliche und Vereine. Joachim Pfeiffer hat dem Gesetz zugestimmt und erklärt: „Der Einsatz ehrenamtlicher Arbeit für andere hält unsere Gesellschaft zusammen. Wie unter einem Brennglas zeigt sich das jetzt in der Krise. Für Millionen Menschen in den Vereinen gilt das aber immer: Ihr Engagement macht unser Land lebenswert. Ihnen gilt unser besonderer Dank und unsere Wertschätzung.“

Für die Ehrenamtlichen wurden unter anderem folgende Regelungen beschlossen:

1. Erhöhung der Übungsleiterpauschale von 2.400 auf 3.000 Euro im Jahr

Von der Übungsleiterpauschale profitieren unter anderem nebenberufliche Tätigkeiten als Ausbilder, Erzieher, Betreuer. Darunter fallen auch Übungsleiter in Sportvereinen oder nebenberufliche Dozenten an Volkshochschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Sie steigt von jetzt 2.400 Euro auf 3.000 Euro jährlich. Die Einnahmen aus den Pauschalen sind auch nicht sozialversicherungspflichtig. Damit alle Ehrenamtlichen von dieser Erhöhung profitieren, wird die Erhöhung der Pauschalen auch im Sozialrecht nachvollzogen.

2. Erhöhung der Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro im Jahr

Die Ehrenamtspauschale z.B. für Kassierer, Abteilungsleiter oder den Platzwart ermöglicht die Zahlung von pauschalen Aufwandsentschädigungen nach § 3 Nr. 26a EStG ohne Einzelnachweis in Höhe von bis zu 720 Euro pro Jahr, die weder beim Verein noch beim Empfänger zu steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen führen. Dieser Betrag wird nun auf 840 € pro Jahr erhöht.

3. Anhebung der Freigrenze für die Einnahmen aus einer wirtschaftlichen Betätigung einer gemeinnützigen Organisation auf 45.000 Euro

Liegt ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor, unterliegen die hieraus erzielten Einnahmen eines gemeinnützigen Vereins der Besteuerung. Dies gilt jedoch nur, wenn die Einnahmen die aktuelle Freigrenze von 35.000 Euro im Jahr übersteigen. Die Freigrenze wurde jetzt auf 45.000 Euro angehoben. Erst wenn die Einnahmen aus den steuerpflichtigen Bereichen zusammen diese Grenze übersteigen, unterliegen sie der Körperschaft- und Gewerbesteuer.

4. Vereinfachter Zuwendungsnachweis bis 300 Euro

Zuwendungen (Spenden und Mitgliedsbeiträge) an gemeinnützige Organisationen sind steuerlich abziehbar. Allerdings ist dafür unter anderem das Vorliegen einer Zuwendungsbestätigung erforderlich. Eine Ausnahme besteht allerdings bei Geldspenden bis 200 Euro. In diesem Fall genügt ein Einzahlungs- oder Überweisungsbeleg. Diese Grenze wurde jetzt auf 300 Euro angehoben. Das bedeutet eine große Entlastung besonders für kleinere Organisationen.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von weiteren Verbesserungen für gemeinnützige Organisationen: So wird unter anderem die Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung für kleine Körperschaften abgeschafft und die Mittelweitergabe unter gemeinnützigen Organisationen rechtssicher ausgestaltet.

Die Regelungen sollen diesen Freitag vom Bundesrat beschlossen werden und können dann zum Jahresbeginn 2021 in Kraft treten. 

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