Teuer, teurer, Rente mit 63

Erstellt am: 15.02.2019 – Geändert am: 15.02.2019

Copyright: Christiane Lang

Vor fünf Jahren wurde die Rente mit 63 eingeführt. Dadurch sind nach aktuellen Berechnungen des Ifo-Instituts zwischen 2014 und 2016 6,5 Milliarden Euro an Mehrausgaben entstanden. Ursprünglich hatte die Bundesregierung mit fünf Milliarden Euro gerechnet. Bereits bei den ersten Diskussionen zum Thema, warnte Joachim Pfeiffer angesichts der demografischen Entwicklung vor den volkswirtschaftlich hohen Kosten und einer psychologisch wie auch politisch falschen Weichenstellung durch diese Art der Frührente.

Die Nachfrage nach der abschlagsfreien Rente ist hoch. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 250.000 Anträge für die Rente mit 63 gestellt, das entspricht in etwa jedem siebten eingegangenen Rentenantrag. Seit Inkrafttreten der Neuregelung im Juli 2014 verzeichnete die Rentenversicherung nach eigenen Angaben fast 1,2 Millionen Anträge.

Die Auswirkungen des 2014 verabschiedeten Gesetzes machen sich nun in den Unternehmen bemerkbar. Sie ächzen zunehmend unter der Last des fehlenden Personals. Denn klar muss sein: Je mehr Fachkräfte das Angebot der Rente mit 63 in Anspruch nehmen, desto weniger qualifizierte Fachkräfte wird es auf dem deutschen Arbeitsmarkt geben und desto mehr sind wir auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. In dieser Hinsicht ist der Fachkräftemangel ein teilweise hausgemachter Bremsfaktor.

Allerdings steigt auch bei der abschlagsfreien Rente mit 63 die Altersgrenze parallel zur Heraufsetzung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis 2030 an.

Dass das Ende der Kostenfahne erreicht ist, bezweifeln indes die Forscher des Ifo-Instituts. Diese Kosten könnten in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen, insbesondere dann, wenn die großen Geburtenjahrgänge in den Genuss einer Rente mit 63 kommen.

Am Beispiel der Rente mit 63 wird deutlich, dass es ohne Kompromisse in der Politik, und noch viel weniger in einer Großen Koalition, nicht geht.

Hintergrund:

Seit 2014 haben Versicherte die Möglichkeit, bei 45 Beitragsjahren bereits mit 63 Jahren in die Rente zu gehen.

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