Tabakwerbung: Aufklärung und Prävention statt Verbote!

Erstellt am: 02.06.2017 – Geändert am: 11.09.2017

Am Mittwoch den 31. Mai war Weltnichtrauchertag. Da kann ich es mir nicht entgehen lassen, ein paar Worte zum Tabakwerbeverbot zu schreiben. In den vergangenen Wochen wurde ich häufig für meine – scheinbar zu drastische - Einstellung zur Tabakaußenwerbung kritisiert. Meine Meinung ist, dass es ein solches Gesetz nicht braucht. Ein umfassendes Tabakwerbeverbot wäre schlicht nur Symbolpolitik. Süßes, Fastfood und Alkohol sind auch schädlich für die Gesundheit. Gibt es dann morgen ein Zuckerverbot, wird anschließend Fastfood gestrichen und kommt übermorgen ein Verbot für Bier? Viel wichtiger – und in Deutschland auch erfolgreicher – sind eine wirksame Aufklärungsarbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und eine entsprechende Prävention. Außerdem ist es nicht Aufgabe der Politik dem mündigen Bürger alles vorzuschreiben. Tabak ist ein legales Produkt und sollte daher auch beworben werden dürfen. Oft wird auch behauptet, Deutschland sei das einzige Land in Europa ohne ein solches Tabakwerbeverbot. Dem ist nicht so. Beispielsweise hat der Schweizer Nationalrat Ende 2016 ein dortiges verschärftes Tabakproduktegesetz abgelehnt. Und zudem: Es existieren keine validen Belege darüber, dass ein komplettes Werbeverbot auch tatsächlich wirkt. Das hat die Bundesregierung noch 2010 öffentlich festgestellt. Andere Erkenntnisse hat es dazu seitdem nicht gegeben. Genau im Gegenteil zeigen mehrere Studien, dass Tabakwerbung keine Auswirkung auf die Entwicklung des Gesamtkonsums an Zigaretten hat. In Deutschland ist die Zahl jugendlicher Raucher in den letzten 15 Jahren von 28 Prozent auf 10 Prozent gesunken. Das ist der zweitstärkste Rückgang in der gesamten Europäischen Union. Gleichzeitig weisen andere Staaten mit einem Tabakwerbeverbot schwächere Rückgänge auf. Das zeigt, dass Aufklärung und Prävention viel wirksamer und effizienter sind als plumpe Verbote und Bevormundungspolitik.

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