Schwabe „Astro-Alex“ auf dem Weg ins All

Erstellt am: 08.06.2018 – Geändert am: 08.06.2018

Der Astronaut Alexander Gerst und seine Crew sind am Mittwoch pünktlich zur International Raumstation gestartet. Am Freitag sind sie sie dort ankommen. Mit der Mission Horizons fliegt der in Künzelsau geborene Geophysiker Gerst zum zweiten Mal ins All. Auf der Station werden die Raumfahrer im größten Forschungslabor außerhalb der Erde eine Fülle unterschiedlicher Experimente durchführen, die uns auch hier auf der Erde zugutekommen sollen. Die Versuche sollen Fragen aus Biologie und Medizin beantworten. Weitere Wissenschaftsgebiete sind (Astro-) Physik, Materialwissenschaft und Technologie.

Der Astronaut Alexander Gerst hat am Mittwoch dieser Woche erfolgreich seine Weltraummission begonnen. Vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur flogen Gerst und sein Team am Bord der Soju-Weltraumrakete mit 28.000 Stundenkilometern zur Internationalen Raumstation ISS. Insgesamt wird der gebürtige Baden-Württemberger Gerst 188 Tage auf der „Horizons“-Mission im All sein. Als erster Deutscher, und zweiter Europäer, überhaupt wird er zudem ab Oktober der Kommandant der ISS sein. Dieses Privileg ist sonst nur den ISS-Hauptgeldgebern Russland und USA vorbehalten. Für Gerst ist es der zweite Langzeitaufenthalt auf der ISS. Bereits 2014 war er für ein gutes halbes Jahr als Bordingenieur im All.

Auf der Station werden die Raumfahrer im größten Forschungslabor außerhalb der Erde eine Fülle unterschiedlicher Experimente durchführen. Deutsche Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR steuern rund 40 Experimente zur Mission Horizons bei.

So wird beispielsweise Hightech-Funktionskleidung für einen besseren Wärmeaustausch getestet, ein System zur Erforschung von Gewittern an der ISS montiert und neue Sensoren für die kabellose Überwachung von Vitaldaten eingesetzt. Für das deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) wird zudem getestet, wie künstliche Intelligenz als Unterstützung für die Besatzung benutzt werden kann.

Die Erfindungen der Raumfahrt kommen uns auch im Alltag zugute. Nicht nur durch Satelliten für Wettervorhersage, weltweites Telefonieren und Fernsehen. Auch beim Sport, in der Landwirtschaft oder im Haushalt profitieren wir von der Weltall-Technologie. Beispielsweise sichert ein am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR entwickeltes Streckensystem den Zugverkehr und verhindert so Zusammenstöße auf der Schiene. Für die Raumsonde Rosetta wurde eine hochempfindliche Kamera entwickelt, die u.a. in Brandenburg als Früherkennungssystem für Waldbrände genutzt wird.

In diesem Jahr investiert die unionsgeführte Bundesregierung 1,7 Milliarden Euro für die Luft- und Raumfahrt. Denn im All sind Experimente möglich, die auf der Erde nicht funktionieren. Milliardenkosten also, die sich lohnen. Denn jeder eingesetzte Euro rentiert sich fünffach.

Das zeigt: Die Raumfahrt ist längst zu  einem wichtigen Impulsgeber für Fortschritt und Innovation geworden, der wiederum maßgeblich für Wirtschaftswachstum und Wohlstand hier auf der Erde ist.

Übrigens: Kurz vor Weihnachten endet der Einsatz von Alexander Gerst in 400 Kilometern Höhe. Am 13. Dezember wird er dann schließlich auf die Erde zurückkehren.

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