Schutzschirm für Ausbildungsplätze

Erstellt am: 26.06.2020 – Geändert am: 27.06.2020

Copyright: Markus Schwarze

Am Mittwoch hat das Bundeskabinett die Eckpunkte für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen. Mit dem 500 Millionen Euro schweren Hilfsprogramm für kleine und mittelständische Ausbildungsbetriebe sollen die durch die Folgen der Corona-Pandemie bedrohten Ausbildungsplätze gesichert werden. "Auch in Zeiten der Krise brauchen junge Menschen gute Ausbildungsperspektiven", meint Joachim Pfeiffer.

Mehr als 95 Prozent aller Ausbildungsbetriebe im dualen System sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Sie haben über 70 Prozent der bestehenden Ausbildungsverhältnisse abgeschlossen. Doch gerade diese Leistungsträger des Ausbildungssystems sind vielfach besonders von den Härten der Corona-Pandemie betroffen. Hier gilt es, jetzt zu handeln.

Mit fünf zielgerichteten Maßnahmen sollen die ausbildenden Betriebe unterstützt werden. Dafür sind 500 Mio. Euro bis Ende 2021 vorgesehen:

  1. Bleibt die Anzahl an Ausbildungsplätzen konstant zu den drei vorherigen Jahren, erhält der Betrieb für jeden Ausbildungsvertrag 2.000 Euro, der für das Ausbildungsjahr 2020/2021 abgeschlossen wird, bzw. 3.000 Euro bei zusätzlichen Ausbildungsplätzen. 
  2. Wenn ein Ausbildungsbetrieb weiterhin ausbildet, also Auszubildende sowie deren Ausbilder nicht in Kurzarbeit bringt, obwohl er krisenbedingt einen erheblichen Arbeitsausfall verzeichnet, dann wird er kräftig unterstützt: Für jeden Monat, in dem der Arbeitsausfall bei mindestens 50 Prozent liegt, übernimmt der Staat 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung.
  3. Es soll sichergestellt werden, dass Auszubildende in ihren Betrieben und damit in ihrer gewohnten Arbeits- und Lernumgebung bleiben können. Dort, wo dies vorübergehend oder sogar dauerhaft nicht mehr möglich ist, braucht es Alternativen. Die Krise darf nicht zu ungewollten Ausbildungsabbrüchen führen. Deswegen erhält der Ausbildungsbetrieb, der Auszubildende aus insolventen Betrieben übernimmt, pro Auszubildendem eine Förderung in Höhe von 3.000 Euro, sofern die Insolvenz Folge der Pandemie ist.
  4. Zudem sollen Unternehmen und Ausbildungsstätten gefördert werden, die Auszubildende im Rahmen einer Auftrags- oder Verbundausbildung zeitweise ausbilden. Die Einzelheiten einer solchen Förderung, wie zum Beispiel die Höhe der Zuschüsse, sind zunächst – so wie es vom Koalitionsausschuss beschlossen wurde – im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung zu erörtern.
  5. Betriebe, die eine Berufsausbildung in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen, sind unter den oben genannten Voraussetzungen ebenfalls in das Bundesprogramm einbezogen. 

"Ohne sichere Ausbildung leidet am Ende die gesamte Wirtschaft. Mit den Maßnahmen wird sichergestellt, dass das Erfolgsmodell „duale Ausbildung“ auch in Krisenzeiten Bestand hat. Denn die Fachkräfte, die heute nicht ausgebildet werden, fehlen unserer Wirtschaft morgen.", erklärt der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer.

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