Schlechte Noten für deutsche Schüler

Erstellt am: 06.12.2019 – Geändert am: 06.12.2019

Copyright: Markus Schwarze

Das aktuelle Pisa-Ergebnis zeigt: Zwar liegt Deutschland weiterhin über dem OECD-Durchschnitt, allerdings landen deutsche Schüler nur noch im Mittelmaß. In Mathematik und Naturwissenschaften sind die Ergebnisse schlechter geworden, beim Lesen stagnieren sie. Gleichzeitig reißt die Leistungsschere zwischen sehr kompetenten und sehr schlechten Schüler immer weiter auf. Insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund werden in der Schule zunehmend abgehängt. Hier muss sich etwas ändern. Das wäre auch wichtig für die Wirtschaft. Nur mit zusätzlichen Bildungsinvestitionen kann der hochentwickelte Wirtschaftsstandort Deutschland auch in Zukunft bestehen und die klügsten Köpfe hervorbringen.

Das Pisa-Zeugnis ist schlecht, der Nachholbedarf entsprechend riesig. Es bedarf konkret einer Verbesserung der U3-Betreuung. So könnte von Anfang an mehr Chancengleichheit hergestellt werden. Das bedeutet auch, die Qualität in Kitas zu erhöhen, beispielsweise indem der Betreuungsschlüssel verkleinert wird. Außerdem gilt es, die Schüler schon früh für die Digitalisierung fit zu machen. Hierfür sollten Schulen Geld in die digitale Infrastruktur stecken sowie Lehrer entsprechend qualifizieren. Nicht zuletzt gilt es, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund stärker zu fördern. Oberste Priorität hat hier das Erlernen der deutschen Sprache. Deutschland zieht, so die Pisa-Studie, im europäischen Vergleich eher sozioökonomisch schwache Einwanderer an. In diesen Familien wird seltener als früher Deutsch gesprochen, was die Integration nicht fördert. Mittlerweile haben 36 Prozent der 15-Jährigen einen Migrationshintergrund; im Jahr 2000 lag diese Quote noch bei 22 Prozent. Der Schlüssel zum (Bildungs-)Erfolg ist und bleibt die Sprache. Daher gilt es hier anzusetzen und über eine systematische Förderung die Sprachkenntnisse der Einwandererkinder zu stärken, zum Beispiel über mehr Schulpersonal. Dafür sind Bund und Länder gleichermaßen verantwortlich.

Bildungsinvestitionen sind nachhaltig, sie tun nicht nur unseren Schülern, sondern auch unseren Unternehmen gut und sind die Basis dafür, dass Deutschland auch künftig das Land der Tüftler und Denker bleibt.

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