Pressemitteilung: Der Brexit ist eine sinnlose und kraftraubende Scheidungsveranstaltung

Erstellt am: 30.05.2017 – Geändert am: 11.09.2017

Vorstellung der deutschen Fassung des Brexit-Reports der AHK Irland, DIHK und Joachim Pfeiffer MdB.
Am heutigen Dienstag wurde in Berlin der Report „Irland, Deutschland und die EU: Herausforderung Brexit“ vorgestellt, der auf Initiative der deutsch-irischen Industrie und Handelskammer (AHK), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und Joachim Pfeiffer MdB entstanden ist. Hierzu erklären Joachim Pfeiffer MdB und der Geschäftsführer der AHK Irland und Mitautor, Ralf Lissek:
Joachim Pfeiffer MdB: „Der Brexit ist sowohl für das Vereinigte Königreich als auch für die gesamte EU eine sinnlose und kraftraubende Scheidungsveranstaltung. Es kommt nun darauf an, einen kühlen Kopf zu bewahren und bei den anstehenden Verhandlungen pragmatische Lösungen zu erzielen, um die wirtschaftlichen und politischen Schäden für alle Beteiligten zu  minimieren. Hierbei erwarte ich auch mehr Bewegung von der britischen Seite: Die Briten wissen noch nicht, was sie eigentlich wollen. Viele Versprechen der Brexit-Befürworter sind völlig illusorisch, beispielsweise dass die Briten von einem EU-Austritt profitieren könnten.
Dass ein Nichtmitglied mehr Nachteile als Vorteile hat, liegt auf der Hand. Dennoch werden auch Deutschland und die weiteren EU-Mitgliedsstaaten das Ausscheiden des Vereinigten Königreichs zu spüren bekommen: Gerade in finanzieller Hinsicht stellt der Brexit die EU vor neue Herausforderungen, da der EU-Haushalt durch den Wegfall des britischen Beitrags gekürzt wird. Aus meiner Sicht ist es aber weder politisch noch ökonomisch sinnvoll, das entstehende Defizit im EU-Haushalt durch eine Beitragserhöhung für die übrigen Mitgliedsstaaten auszugleichen. Besser wäre es, die Ausgaben insgesamt zu senken, um eine für alle gerechte Lösung zu erreichen.
Die Entscheidung zum Brexit ist gefallen. Nun gilt es, das Beste daraus zu machen. Für den Wohlstand und die Sicherheit aller Europäer wünsche ich mir daher ein Abkommen, das einer EU-Mitgliedschaft möglichst ähnlich ist.“
Ralf Lissek: „Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs stellt gerade Irland vor enorme Herausforderungen. Die beiden Länder sind politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng miteinander verflochten. Obwohl der Brexit eine britische Politik und keine EU-oder Irland-Politik ist, ist die Inselrepublik unverhältnismäßig stark davon betroffen. Um EU-Entscheidungsträgern die mit dem Brexit einhergehenden Schwierigkeiten für die irische Wirtschaft aufzuzeigen, hat die deutsch-irische Industrie und Handelskammer gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem wirtschafts- und energiepolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer MdB, sowie dem Dublin Institut für Technologie den zweisprachigen Report veröffentlicht. Der Bericht macht deutlich, dass Irland unter keinen Umständen vom europäischen Markt abgeschnitten werden darf. Zudem gilt es, den Friedensprozess nicht zu gefährden. Denn für kein anderes europäisches Land steht so viel auf dem Spiel wie für Irland und die hier an-sässigen Unternehmen: Arbeitsplätze, Wohlstand, Wirtschafts-wachstum und Frieden.“

Hintergrund:
Dr. Joachim Pfeiffer MdB
ist wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und vertritt als Abgeordneter den Wahlkreis Waiblingen im Deutschen Bundestag. Zuvor war er Koordinator für Energiepolitik sowie Vorsitzender des Beirats der Bundesnetzagentur. Seit 2006 ist er zudem Lehrbeauftragter für Energiepolitik am Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart.
Ralf Lissek
ist Geschäftsführer der AHK Irland und Vorsitzender der Europäischen Handelskammer in Irland. Zudem ist er Herausgeber des englischen Buchs „Ireland and Germany: Partners in European Recovery“, welches 2014 veröffentlicht wurde.

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