Politik zum Anfassen und Mitgestalten: Praktikumsbericht einer Rudersberger Schülerin

Erstellt am: 18.10.2019 – Geändert am: 18.10.2019

Diese Woche hatte ich, Amanda Friedrich aus Rudersberg, die Möglichkeit, Berliner Politik-Luft im Deutschen Bundestag im Rahmen meines Schülerpraktikums zu schnuppern. Es waren fünf aufregende, interessante und lehrreiche Tage. Mit dem folgenden Erfahrungsbericht möchte ich einen kleinen Einblick in mein Praktikum geben. Blicken Sie mit mir gemeinsam hinter die Kulissen des Bundestages und die Arbeit des Waiblinger Bundestagsabgeordneten Dr. Joachim Pfeiffer.

Nach 7h Zugfahrt von Stuttgart nach Berlin kam ich endlich am Hauptbahnhof Berlin an. Mein Blick schweifte in die Ferne, wo ich bereits die Fassaden der Regierungsgebäude entdecken konnte. Ich war gespannt und gleichzeitig nervös. Ein Schwall von Fragen huschten mir durch den Kopf: Wird sich mir Politik so langweilig wie in der Schule präsentieren? Würde ich die Diskussionen um komplexe Themen verstehen können? Wie würde ich meinem Wahlkreisabgeordneten begegnen, was mit ihm besprechen? Viel Zeit zum Nachdenken gab es nicht, denn als ich an der Wilhelmstraße 68 ankam, wurde ich bereits von meiner kurzzeitigen Kollegin, Anna-Lena, abgeholt, die mich im Deutschen Bundestag begrüßte, den weiteren Kollegen vorstellte und mich zur Ausweisstelle begleitete. Die nächsten zwei Stunden war Warten angesagt, denn ohne Bundestagsausweis kann niemand den Bundestag betreten.

“Beeindruckt vom Parlament“

Dies war sozusagen mein Freifahrtschein für das Betreten des Herzens der Demokratie.  Danach nahm mich Kollege, Julian, auf eine Führung durch die Räumlichkeiten des Bundestages mit. Beeindruckend, wie groß das Parlament ist und wie viel Gedanken hinter den einzelnen Kunstwerken stecken. Kaum aus dem Staunen herausgekommen, bekam ich meine erste Aufgabe zugeteilt: Über die nächsten Tage durfte ich den Instagram-Account von Herrn Dr. Pfeiffer übernehmen und die Sitzungswoche aus meiner Sicht schildern. Dazu arbeitete ich ein umfangreiches Konzept mit Anna-Lena und Julian aus. Übrigens: Meine Stories können Sie sich gerne auf dem Instagram-Account von Herrn Dr. Pfeiffer @jopf.mdb anschauen. So ging mein erster Praktikumstag sehr schnell zu Ende.

Teamwork makes the Dreamwork

Der Dienstag begann mit klassischer Büroarbeit. Während die beiden Referenten Herrn Dr. Pfeiffer zur Arbeitsgruppensitzung Wirtschaft und Energie ins Paul-Löbe-Haus begleiteten, konnte ich Christian über die Schultern schauen. Er ist für die Terminkoordination von Herrn Dr. Pfeiffer zuständig. Außerdem habe ich gelernt, dass jedes Jahr mehr als drei Millionen Menschen die Häuser des Bundestages besuchen, dass jeder Abgeordnete drei circa 18 m2 große Räume für sich und seine Mitarbeiter zur Verfügung gestellt bekommt und die Anzahl der Mitarbeiter abhängig von Aufgabenpensum und Funktion selbst entscheiden kann. Mit fünf Vollzeit- und zwei Teilzeit-Mitarbeitern liegt das Büro Jopf, wie es hier genannt wird, im Mittelmaß. Als wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher befindet sich das Büro im sechsten Stock des Jakob-Kaiser-Hauses (JKH), dem größten der Parlamentsgebäude. Hier konnten wir nach getaner Arbeit unser Mittagessen in luftiger Höhe und bei strahlendem Sonnenschein auf der Dachterrasse einnehmen. Den Nachmittag verbrachte ich bei der Strukturgesellschaft nur unweit entfernt vom JKH. Herr Dr. Pfeiffer moderierte die Besprechung über die anstehende Postgesetznovelle.

Ein Besuch beim Ausschuss für Wirtschaft und Energie

Am darauffolgenden Tag begleitete ich den Abgeordneten Pfeiffer zur Ausschusssitzung Wirtschaft & Energie, an die sich eine Öffentliche Anhörung zum Strukturstärkungsgesetz in Kohleregionen anschloss. Die Zeit verging aufgrund der interessanten Diskussionsbeiträge sehr schnell  und ich erfuhr, wie unterschiedlich die Meinungen zum ein und demselben Thema sein können. Nach einer kurzen Mittagspause stand für mich eine Premiere bevor: Zum ersten Mal durfte ich an einer Plenarsitzung teilnehmen. Im Plenum ging es viel lebhafter zu als ich mir das immer ausgemalt hatte. Doch fast genauso wichtig als Redenhalten und debattieren ist die Pressearbeit für ein Mitglied des Deutschen Bundestags. Insbesondere als Sprecher agiert Herr Dr. Pfeiffer als Sprachrohr der Fraktionen CDU und CSU zu wirtschafts- und energiepolitischen Themen in der Öffentlichkeit.

Entsprechend äußerte er sich zu der Innovationsausschreibungsverordnung in der Presse, die am selben Tag vom Kabinett beschlossen wurde. Beim Verfassen, Abstimmen, Versenden und Verbreiten der Pressemitteilung durfte ich Pressereferentin Anna-Lena unterstützen. Das hat viel Freude gemacht!

Plenardebatte und Currywurst

Ähnlich spannend ging es am Donnerstag weiter, als ich von der Tribüne des Plenarsaals der Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Europäischen Rat zugehört habe. Auch die anschließende Debatte über die „Bekämpfung des Antisemitismus“ war bewegend und interessant. Um die verschiedenen Zielgruppen des Politikers Pfeiffers über die aktuelle Arbeit im Bundestag sowie mein Praktikum zu informieren, habe ich mit dem studentischen Mitarbeiter Julian Videos und Fotos im ganzen Haus aufgenommen. Dies war eine gute Gelegenheit, alles Erlebte zu reflektieren und meine Fragen loszuwerden. Nach einer leckeren und wie mir gesagt wurde auch legendären Berliner Currywurst aus der Bundestagskantine ging es gestärkt in den Nachmittag. Als erstes begleitete ich Herrn Dr. Pfeiffer zu einem Pressehintergrundgespräch mit Dow Jones, danach fanden Gespräche mit mehreren Interessensvertretern der Wirtschaft statt.

BDI Weltraumkongress – Einblicke in die Welt der Raumfahrt

Leider ging die Woche viel zu schnell rum und mein letzter Tag war angebrochen. Zunächst unterstützte ich meine Kollegen bei diversen Büroarbeiten, bereitete Botschaften für die Social Media Kanäle vor, lernte die Hintergrundmaske der Webseite kennen. Danach ging es zu einem spannenden Weltraumkongress des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Als Gastsprecher war hier unter anderem der Bundesminister Peter Altmaier, dessen Humor mich begeistert hat. Auch die Ausstellung des Weltraumkongresses war spannend, da sie tolle Einblicke in die Welt der Raumfahrt bot. Als ich dann von dem Kongress verfrüht zurückmusste, hieß es Abschied nehmen. Denn ich musste in einer Stunde die Heimreise nach Stuttgart antreten.

Abgeordneter zu sein bedeutet viel Fleiß und harte Arbeit

Wenn ich zurückblicke und überlege, was ich in den letzten fünf Tagen alles erlebt habe, komme ich aus dem Staunen kaum raus. Die Arbeit als Bundestagsabgeordneter hatte ich mir anders vorgestellt. Nicht nur das hohe Arbeitspensum und die vielen Termine, sondern auch das Expertenwissen meines Bundestagsabgeordneten haben mich vollkommen überrascht. Nach diesem Praktikum habe ich viel größeren Respekt vor der harten und oft undankbaren Arbeit eines Politikers. Gleichzeitig habe ich die Bedeutung von Teamwork neu kennengelernt. Denn ohne eine enge abgestimmte Zusammenarbeit der Mitarbeiter und des Abgeordneten funktioniert nichts. Der Erfolg eines Abgeordneten hängt maßgeblich von seinem Team ab. Umso mehr bin ich dem gesamten Team von Herrn Dr. Pfeiffer und natürlich ihm selbst sehr dankbar für diese einzigartige Möglichkeit. Gerne komme ich mal wieder. Für heute heißt es jedoch erst einmal: Zurück nach Stuttgart, zurück in den Wahlkreis Waiblingen, wo ich die Früchte der politischen Arbeit in Berlin hautnah mitbekomme.

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