Paradebeispiel für gelungene Integration: Im Austausch mit Ahmadiyya Muslim Jamaat Waiblingen e. V.

Erstellt am: 16.09.2017 – Geändert am: 16.09.2017

Viele von ihnen kamen als Flüchtlinge nach Deutschland. Heute lebt die Mehrzahl der Mitglieder der Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat Waiblingen e. V., die sich als Teil einer friedlichen Erneuerungsbewegung des Islam versteht, gut integriert und engagiert in den Städten und Gemeinden im Wahlkreis Waiblingen. Sie sprechen fließend Deutsch, haben gut bezahlte Jobs und sind für Joachim Pfeiffer ein "Paradebeispiel für gelungene Integration von Muslimen hierzulande". Schon seit Jahren pflegt der CDU-Bundestagsabgeordnete den Kontakt mit den „Ahmadis“. Unter dem Motto „Austausch der Kulturen und Religionen“ stellte er sich am Dienstag den Fragen der Gemeinde und diskutierte offen mit ihnen über die Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft und Missverständnisse über die islamische Religion.

„99 Prozent aller Muslime lieben den Frieden. Dennoch denken viele an Terroristen und Extremisten, wenn sie an den Islam denken“, gab der Präsident des Ahmadiyya Muslim Jamaat Waiblingen e. V., Herr Ahmed, zu Beginn des Gesprächs zu bedenken. Seine Religionsgemeinschaft stünde für einen offenen Islam, nach dem Motto „Liebe für alle. Hass für keinen“. Aus diesem Grund scheuen sich die „Ahmadis“ auch nicht, sich in die deutsche Gesellschaft einzugliedern. Im Gegenteil, die Jamaat-Gemeinde ist in Waiblingen seit 1988 tief verwurzelt und gesellschaftlich, sozial und sportlich engagiert. Über das Jahr hinweg organisieren sie verschiedene Veranstaltungen, zu denen alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind oder sammeln Spenden für gute Zwecke. Im Dezember 2016 begann zudem der Bau einer neuen Moschee die als „Haus für alle“ zentral im Herzen der Stadt Waiblingen liegt. So entstehen Kontakte und eine schnelle Eingliederung in die neue Heimat wird möglich. Eine anwesende Frau berichtete, dass zahlreiche gute Kontakte mit deutschen Mitbürgern entstanden sind, als ihre Kinder begannen, in die deutsche Schule zu gehen. Dass Integration keine Einbahnstraße, sondern ein beidseitiger Dialog ist, wurde an diesem Abend deutlich gemacht. Denn auch viele Deutsche wüssten nur wenig über den Islam und würden daher Vorurteile pflegen, die mit der Realität nur wenig zu tun hätten. Statt nur auf die Unterschiede zu schauen, gelte es, auch die Gemeinsamkeiten zu betrachten, so Joachim Pfeiffer.
 
Darüber hinaus wurden Fragen zum Datenschutz gestellt und wie die Regierung Zugang zu privaten Daten Krimineller bekommen soll. Auch über mögliche Koalition-Konstellationen nach der Bundestagswahl am 24. September wurde gesprochen. Ob sich die CDU vorstellen könne, mit der AfD zusammenzuarbeiten? „Nein“, war sich Joachim Pfeiffer sicher: „Die CDU hat kein Interesse an einer Kooperation mit der AfD. Zentral ist hier unsere gegensätzliche Einstellung zu Europa. Europa hat Deutschland stark gemacht und ist Teil unserer Identität. Wir wissen, dass Deutschland daher nur stark sein kann, wenn auch Europa stark ist. Diese Politik können wir mit der AfD nicht verfolgen.“
 
 
Hintergrund:
Die Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde in Indien gegründet und soll weltweit rund 20 Millionen Mitglieder haben. Allein in Deutschland haben die Ahamdis nach eigenen Angaben zurzeit 30 000 Mitglieder, unterhalten über 30 Moscheen und 70 Gemeindezentren. Aufgrund ihrer Bereitschaft, sich in die säkulare Gesellschaft zu integrieren, wurden sie 1974 von der Islamischen Weltliga zur Irrlehre erklärt. In einigen muslimischen Ländern, darunter Pakistan, wird die Religionsgemeinschaft daher verfolgt und nicht als Muslime anerkannt.

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