Nicht nur des Geldes wegen - Warum Rentner weiter arbeiten

Erstellt am: 26.10.2018 – Geändert am: 26.10.2018

Copyright: Elisabeth Allmendinger

Oftmals wird behauptet, dass die gestiegene Erwerbstätigkeit im Rentenalter finanzielle oder existenzsichernde Motive hat und ein Beleg für eine angeblich ausufernde Altersarmut ist. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegt aber nun, dass dies keineswegs der Fall sein muss.

Zwar stimmt es, dass mehr als jeder 4. Rentner in Deutschland in den ersten drei Jahren im Ruhestand einer regelmäßigen bezahlten Beschäftigung nachgeht, konkret 28 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen. Allerdings trifft dies insbesondere auf gut situierte Rentner zu. So arbeiten 58 Prozent der Frauen und 59 Prozent der Männer, die ein Haushaltseinkommen von mehr als 2500 Euro haben, auch im Ruhestand. In der Einkommensgruppe mit einem Haushaltseinkommen von weniger als 1000 Euro im Monat sind es dagegen lediglich 29 Prozent der Frauen und 26 Prozent der Männer.

Daran wird deutlich, dass Rentner sich Arbeit suchen, nicht in erster Linie, weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass von den Umfrage-Teilnehmern, die allesamt erwerbstätige Rentner sind, 90 Prozent angaben, dass sie arbeiten, weil sie Spaß daran hätten, den Kontakt zu anderen Menschen bräuchten oder sich weiterhin eine sinnvolle Aufgabe wünschten.

Auch wenn Geld laut den Studienergebnissen keine Hauptrolle spielt, so zumindest eine Nebenrolle, vor allem bei Frauen, so die Wissenschaftler des IAB.

Angesichts des steigenden Fachkräftemangels ist dies eine gute Nachricht für Unternehmen und Politik. Es bedeutet, dass es noch viel ungenutztes Potential gibt, welches es zu heben gilt. Dazu bedarf es Rahmenbedingungen, die flexible Arbeitsregelungen ermöglichen, sodass die Erwerbswünsche im Rentenalter auch tatsächlich in die Realität umsetzbar sind.

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