Neuregelungen zur Organspende beschlossen

Erstellt am: 02.11.2018 – Geändert am: 02.11.2018

Copyright: Torben Wengert

Mehr als 10.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf ein Spenderorgan. Doch die Zahl der Organspenden hierzulande sinkt und hat im vergangenen Jahr mit 800 Spendern einen Tiefpunkt erreicht. Gleichzeitig ist die positive Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende unter den Deutschen mit 84 Prozent so hoch wie nie zuvor. Um dieses Missverhältnis zu verbessern, legte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen Gesetzesentwurf für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende, kurz GZSO, vor, welchem das Bundeskabinett am Mittwoch zugestimmt hat. Durch das Gesetz sollen Neuregelungen insbesondere für Kliniken in Kraft treten, u.a. sollen die Transplantationsbeauftragten gestärkt werden und die Kliniken mehr Unterstützung erfahren. Das Gesetz soll in der ersten Jahreshälfte 2019 in Kraft treten.

 

Eine Schlüsselrolle zur Erhöhung der Organspenden in Deutschland spielen die Krankenhäuser, in denen Organe entnommen werden. Gut funktionierende Abläufe bei der Erkennung möglicher Organspender, mehr Zeit und eine gute Finanzierung können dazu beitragen, mehr Menschenleben zu retten. Hier setzt der aktuelle Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums an. Dieser sieht vor, dass die Position des Transplantationsbeauftragten gestärkt werden soll. So soll der Beauftragte mehr Zeit für seine Aufgaben bekommen. Zudem sollen Entnahmekrankenhäuser für den gesamten Prozessablauf einer Organspende künftig besser vergütet werden. Kleine Entnahmekliniken werden durch qualifizierte Ärzte unterstützt, indem flächendeckend ein neurologischer/neurochirurgischer konsiliarärztlicher Rufbereitschaftsdienst eingerichtet wird. Damit potenzielle Organspender besser erkannt werden können, soll ein klinikinternes Qualitätssicherungssystem eingeführt werden, welches die Grundlage für ein flächendeckendes Berichtssystem bei der Spendererkennung und -meldung schafft. Darüber hinaus müssen die Kliniken verbindliche Verfahrensanweisungen erarbeiten, mit der die Zuständigkeiten und Handlungsabläufe für den gesamten Prozess einer Organspende festgelegt werden.

 

Joachim Pfeiffer unterstützt in diesem Zusammenhang die Forderung des Fraktionskollegen Georg Nüßlein. Der CSU-Politiker fordert in einem Positionspapier die Einführung einer Widerspruchslösung. Entgegen der bisherigen Praxis, dass Organentnahmen nur bei ausdrücklicher Zustimmung möglich sind, soll demnach grundsätzlich jeder Bundesbürger ein potenzieller Spender sein – außer bei ausdrücklichem Widerspruch.

Jens Spahn teilte nach dem Beschluss des Kabinetts am Mittwoch mit: "Wir sollten das Gesetz zügig beraten und beschließen. Denn es wird Leben retten. Das sind wir den zehntausend Menschen schuldig, die auf ein Spenderorgan warten.“

Den Gesetzesentwurf im Detail finden Sie hier: LINK

 

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