Neues Investitionsprogramm für die Landwirtschaft startet

Erstellt am: 23.12.2020 – Geändert am: 23.12.2020

Quelle: Canva

Unter dem Motto „Bauern für Klimaschutz“ bringt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jetzt das größte Modernisierungsprogramm für die Landwirtschaft in der Geschichte der Bundesrepublik auf den Weg. Mit etwa einer Milliarde Euro werden die laufenden Transformationsprozesse in der deutschen Landwirtschaft beschleunigt.

Die heimischen Landwirte sollen die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln sichern und zugleich noch klima- und umweltfreundlicher produzieren. Der Erhalt der Biodiversität und der Artenvielfalt sind genauso wie der Schutz des Grundwassers, die Reduzierung von Düngern, Pflanzenschutzmitteln und Emissionen notwendige Ziele. Ziel ist aber auch, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft zu sichern. Ernten und Erträge müssen zur Versorgung der Bevölkerung gesichert sein – trotz Klimawandel. Es geht also nicht um ein Entweder-Oder, sondern um die Verbindung beider Ziele. Dabei unterstützt die Politik die Bauern mit den passenden Förderprogrammen für moderne Technik. Damit werden Ernten gesichert und das Klima geschützt. Landwirtschaft und Klimaschutz sind keine Gegenpole, sondern gehen Hand in Hand.

Mit 816 Millionen Euro wird der flächendeckende Technik- und Modernisierungsschub auf den landwirtschaftlichen Betrieben gestartet. Es wird dabei ausschließlich Technik gefördert, die spürbare Einsparungen an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln garantiert! Durch die Anwendung moderner Technologien soll die Effizienz des Ressourceneinsatzes deutlich verbessert werden. Direkteinarbeitung, digitale Steuerung und gezielte Applikationen werden den Einsatz von flüssigem Wirtschaftsdünger und die Ammoniakemissionen deutlich reduzieren. Technik, die das Grundwasser schützt, da weniger Nitrat ausgewaschen wird. Durch Maßnahmen zur Abdriftminderung und teilflächenspezifischen Ausbringung können die Aufwandmengen bei Pflanzenschutzmitteln um bis zu 50 Prozent reduziert werden. 

Mit knapp 46 Millionen Euro fördern wir zudem Projekte, mit denen digitale Techniken auf den Feldern erprobt werden; diese best practice wollen wir zum Standard machen. Wir wollen zum Beispiel die mechanische Unkrautbekämpfung mittels kameragesteuerter Hackgeräte auf Grundlage von auf künstliche Intelligenz gestützte Bildverarbeitung stärken. 

140 Millionen Euro investieren wir in den besseren Insektenschutz, indem wir noch stärker fördern, dass zum Beispiel Blühstreifen angelegt werden, Hecken oder nachhaltige Obstbestände. Wir fördern, was blüht und Bienen und Bestäuber ernährt.

Ab dem 11. Januar 2021 können Interessierte bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank Förderanträge stellen. 

 

Wer wird gefördert?

  • Landwirtschaftliche und gewerbliche Primärerzeuger
  • Landwirtschaftliche Lohnunternehmen und gewerbliche Maschinenringe

 

Was wird gefördert?

  • Maschinen und Geräte zur exakten Wirtschaftsdünger-, Mineraldünger - und Pflanzenschutzmittelausbringung sowie mechanischen Unkrautbekämpfung, die auf einer geprüften Positivliste stehen
  • bauliche Anlagen zur Kapazitätserweiterung von Wirtschaftsdüngerlagern und Kleinanlagen (auch mobile) zur Gülleseparierung sowie
  • hiermit in direktem Zusammenhang stehende Planungs- und Beratungsleistungen.

 

Die Positivliste ist auf der Internetseite der Landwirtschaftlichen Rentenbank veröffentlicht. Sie wird kontinuierlich, auf Antrag der Hersteller, erweitert. Weitere Einzelheiten zur Positivliste sowie zur gesamten Antragstellung finden Sie unter www.rentenbank.de.

 

Wie hoch ist die Förderung?

  • Landwirtschaftliche Primärerzeuger können bis zu 40 % der förderfähigen Investitionssumme erhalten.
  • Kleine gewerbliche Unternehmen können bis zu 20 % und mittlere gewerb- liche Unternehmen bis zu 10 % erhalten.
  • Die Förderhöhe pro Investition und Unternehmen ist für Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärerzeugung auf 500.000 Euro begrenzt, bei gewerb- lichen KMU auf 200.000 Euro.
  • Insgesamt darf die Investitionssumme jedes Unternehmens nicht mehr als 2 Millionen Euro im Geltungszeitraum der Förderrichtlinie überschreiten.

 

Wie erfolgt die Förderung?

  • Bewilligungsstelle für die Förderung ist die Landwirtschaftliche Rentenbank.
  • Die Förderung ist an ein Darlehen gekoppelt, da die Landwirtschaftliche Rentenbank über das Hausbankenverfahren eine Präsenz in der Fläche gewährleisten kann.
  • Die Darlehenshöhe richtet sich nach dem beantragten Investitionsvolumen, wobei die Darlehenshöhe mind. 60 % des Investitionsvolumens betragen muss.
  • Die Antragstellung wird weitgehend online erfolgen können.
  • Die Darlehensauszahlung kann von der Hausbank gleich nach Darlehensgewährung erfolgen, die Zuschussauszahlung erfolgt jedoch erst nach Rechnungsvorlage.

Die gesamte Richtlinie zur Investitionsförderung finden Sie im Bundesanzeiger https://www.bundesanzeiger.de/pub/de/amtlicher-teil?4 oder beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter www.bmel.de/IuZ.

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