Nebenjob = Armut? Von wegen!

Erstellt am: 28.10.2017 – Geändert am: 28.10.2017

3,2 Millionen Menschen in Deutschland haben zusätzlich zu ihrem Hauptjob noch einen Nebenjob. Das sind rund eine Million mehr als noch vor zehn Jahren. Die Zunahme der Doppelerwerbstätigen ist aber noch lange kein Zeichen für Armut, wie es die Linkspartei behauptet. Im Gegenteil, über 80 Prozent der sogenannten Multijobber haben laut des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und profitieren obendrein von der Steuer- und Sozialabgabenfreiheit bei ihrem Nebenverdienst.


Zur Verdeutlichung, hier ein Beispiel: Ein Singleverdiener mit einem Brutto-Monatsgehalt von 3.500 Euro müsste beispielsweise bei einer Lohnerhöhung von 300 Euro circa die Hälfte, also 150 Euro, durch Steuern und Abgaben wieder abgeben. Sprich: Ein abgabefreier Nebenverdienst kann manchmal sinnvoller sein als eine Lohnerhöhung und das selbst bei einem Nebenjob mit geringem Stundenlohn.


Statt bei der Zunahme der Doppelerwerbstätigen von einem roten Alarmsignal für steigende Armut zu sprechen, ist sie vielmehr ein Beweis für die gute Arbeitsmarktlage hierzulande. Dafür spricht auch die regionale Verteilung: So sind im wirtschaftlich starken Baden-Württemberg mit 10,5 Prozent wesentlich mehr Nebenerwerbstätige zu finden als beispielsweise in den neuen Bundesländern mit rund 4,1 Prozent.
Auch Untersuchungen des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) belegen, dass Vollzeitbeschäftigte mit Nebenjob ein noch höheres Einkommen haben, als normale Arbeitnehmer in Vollzeit. Zudem seien sie mit 2,8 Prozent auch weniger oft von Armut gefährdet.

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