Legalisierung von Cannabis: Ja? Nein? Vielleicht?

Erstellt am: 23.02.2018 – Geändert am: 23.02.2018

Der Anbau, Handel, Kauf und Besitz von Cannabis ist in Deutschland verboten. Trotz dieser Verbotspolitik kiffen hierzulande weit mehr als zwei Millionen Menschen. Damit führt Cannabis die Spitze der am häufigsten konsumierten illegalen Suchtmittel an. Der Schwarzmarkt floriert. Die Kosten und notwendigen Ressourcen für die Strafverfolgung sind immens, insbesondere weil der Hauptteil der Verfahren als Bagatelldelikt wieder eingestellt wird. Durch die jetzige Praxis würden Menschen stigmatisiert und kriminelle Karrieren erst ermöglicht, so Joachim Pfeiffer. Daher fordert er ein Umdenken in der deutschen Drogenpolitik: Prävention statt Repression! Denn gerade die Tabuisierung an Schulen und der dadurch angestachelte Reiz des Verbotenen machen Cannabis bei Jugendlichen so interessant. Aufklärung muss bereits an Schulen beginnen. Denn auch hier gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Der Staat könnte im Falle einer kontrollierten Cannabis-Legalisierung Milliarden Euro durch Steuereinnahmen in Form einer Cannabis-Steuer sowie Einsparungen bei der Strafverfolgung generieren, die dann in wirkungsvolle Aufklärungskampagnen investiert werden könnten.

Klar ist für Joachim Pfeiffer: Es geht nicht um eine Verharmlosung von Cannabis, sondern um einen staatlich regulierten Cannabis-Markt, um erfolglose Prohibition durch erfolgreiche Regulierung und Aufklärung zu ersetzen, beispielsweise um den Wirkstoffgehalt festlegen zu können und so auch den Jugendschutz zu verbessern. 

Die Anträge im Deutschen Bundestag wurden nach Debatte und strittiger Abstimmung mit Stimmen der Fraktionen der Union und SPD abgelehnt. Die oben beschriebenen Probleme der derzeitigen Drogenpolitik bestehen jedoch weiterhin, daher ist die Debatte um eine Cannabis-Legalisierung nicht abgeschlossen und muss auch in Zukunft weiter geführt werden.

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