Koalitionsantrag - Rüsten für die Wolfsrudel

Erstellt am: 29.06.2018 – Geändert am: 29.06.2018

Seit rund 150 Jahren galten Wölfe in freier Wildbahn als ausgerottet im Südwesten, bis vor drei Jahren die Raubtiere zum ersten Mal wieder nachgewiesen wurden. Während die Wiederansiedlung der Wölfe einerseits ein Erfolg für den Natur- und Artenschutz ist – entgegen der Schwarzmalerei mancher Grünen – führt die deutliche Zunahme andererseits auch zu wachsenden Konflikten , gerade in der Weidetierhaltung. Naturschutzfachliche und landwirtschaftliche Interessen gilt es, unter einen Hut zu bringen.

Als Jäger kennt Joachim Pfeiffer dieses Spannungsverhältnis und unterstützt daher den Koalitionsantrag für ein bundesweit abgestimmtes Wolfsmanagement, der diese Woche im Plenum beraten wird. Dieser sieht vor, dass die betroffenen Berufsgruppen, beispielsweise die Jägerschaft, stärker in die Hege und Pflege des Wolfes eingebunden werden soll, u.a. bei der Entwicklung von Managementmaßnahmen, eine verbesserte und unbürokratische Kostenerstattung für Präventionsmaßnahmen und Schadensausgleich für Weidetierhalter sowie bei der Harmonisierung der Schutzmaßnahmen.

Insbesondere für Baden-Württemberg als dicht besiedeltes Flächenland stellt die zunehmende Wolfpopulation eine Herausforderung dar. Zunehmend melden Weidetierhalter Wolfsrisse, die sogar ihre wirtschaftliche Existenz bedrohen können.

Bundesweit könnten nach Angaben des Deutschen Jagdverbands (DJV) Ende dieses Jahres bereits mehr als 1.000 Wölfe unterwegs sein. In Baden-Württemberg sollen laut Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz zwei Rüden durch Wälder und Felder streifen.

In Europa ist der Wolf streng geschützt. Umso wichtiger ist die europäische Dimension des Koalitionsantrags. So wird ein Forschungsvorhaben zur Prüfung des genetischen Austauschs derzeit noch separat betrachteter Wolfspopulationen gefordert. Die Europäische Kommission soll aufgefordert werden, den Schutzstatus des Wolfes in Abhängigkeit von seinem Erhaltungszustand zu überprüfen, um die notwendige Bestandsreduktion herbeiführen zu können. Hierfür ist mittel- und langfristig aus Sicht Pfeiffers eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht notwendig.

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