Kampf dem Klimawandel

Erstellt am: 10.11.2017 – Geändert am: 10.11.2017

UN-Klimakonferenz in Bonn

Diese Woche ist in Bonn die UN-Klimakonferenz eröffnet worden. Noch bis zum 17. November (morgen) verhandeln die Vertreter von mehr als 190 Staaten über die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, welches 2015 beschlossen wurde und 2016 in Kraft getreten ist. Dabei geht beispielsweise um die Frage, wie genau eine Tonne CO2 gemessen werden soll, um die Zusagen der Länder überprüfbar und vergleichbar zu machen.

Solche einheitlichen Standards sind sehr wichtig, damit nach einer Einigung auf ein gemeinsames Ziel die verschiedenen Staaten nicht doch wieder in verschiedene Richtungen laufen. Am Ende müssen tragfähige Lösungen herauskommen, die für alle Teilnehmer auf Dauer funktionieren, aber insbesondere für die Länder mit großem Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß wie China, Indien oder Kanada.

Deutschland ist zwar eine große Industrienation, aber mit circa zwei Prozent Anteil an den globalen Emissionen ein vergleichsweise kleiner Klima-Player. Deshalb, so ist sich der Waiblinger Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer sicher, geht es für Deutschland vielmehr darum „internationale und multilaterale Ansätze weiter zu verfolgen und zum Vorbild für andere Länder wie China oder Indien zu werden. Deutschland kann die Welt nicht im Alleingang retten“. Diese Vorbildfunktion wird aber nur gelingen, wenn „der Umbau der Energieversorgung einhergeht mit der Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Daher gilt es, nicht sklavisch auf ein einzelnes Reduktionsziel zu schielen, sondern immer auch die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Klimapolitik im Blick zu behalten. Das kommt mir in der aktuellen Diskussion leider oftmals zu kurz“, kritisiert der Wirtschafts- und Energieexperte weiter. 

In diesem Jahr hat der südpazifische Inselstaat Fidschi den Vorsitz der Konferenz. Fidschi ist vom drohendem Anstieg des Meeresspiegels durch die Erderwärmung im besonderen Maße durch seine geographische Lage besonders gefährdet.

 

Hintergrund:

Die Weltklimakonferenz ist ein jährliches Treffen von 195 Staaten, die 1992 in New York die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen beschlossen haben. Ziel der Konvention ist, die globale Erwärmung zu verlangsamen und ihre Folgen zu mildern. Die bekanntesten Konferenzen fanden 1997 in Kyoto, 2009 in Kopenhagen und 2015 in Paris statt. Das 1997 beschlossene Kyoto-Protokoll wurde 2015 durch das sogenannte Pariser Klimaabkommen ersetzt. Kern des Abkommens ist die Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau, wenn möglich auf 1,5 °C. Im Juni 2017 gab der amerikanische US-Präsident Donald Trump den Ausstieg der USA aus dem Abkommen bekannt.

 

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