Joachim Pfeiffer: "Schon heute sind fast 200% des Gasbedarfs gedeckt"

Erstellt am: 24.04.2019 – Geändert am: 24.04.2019

Nord Stream 2 steht nicht im Widerspruch zu den Zielen der europäischen Energieunion und des Energiebinnenmarktes

Quelle: Cr Nord Stream 2 AG

Der polnischen Zeitung  Polska Times hatte der EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber gesagt, er möchte als EU-Kommissionspräsident die Gaspipeline Nord Stream 2 verhindern. Für Joachim Pfeiffer ist diese Blockade-Haltung nicht nachvollziehbar und erklärt: 

"Europa hat aktuell einen Gasbedarf von rund 450 Mrd. m³. Derzeit werden 100 Mrd. m³, knapp über 20 Prozent des Bedarfes, selbst gefördert. Was die Infrastruktur betrifft, ist die Pipeline-Kapazität Europas beträchtlich und entspricht rund 400 Mrd. m³, also rund 90 Prozent des Gasbedarfs.

Diese Pipelines führen nicht nur aus Russland durch Weißrussland oder über die Ukraine und Polen nach Deutschland, sondern auch etwa aus dem Kaukasus durch die Türkei, aus Nordafrika durch das Mittelmeer und aus Skandinavien durch die Nordsee.  Darüber hinaus verfügt Europa über substantielle Speicherkapazitäten von mehr als 100 Mrd. m³, also fast 25 Prozent.

Dazu kommen noch LNG-Kapazitäten von aktuell 220 Mrd. m³. Wenn man die im Bau befindlichen Kapazitäten von 20 bis 30 Mrd. m³ dazu nimmt, entspricht dies 250 Mrd. m³, also etwa 55 Prozent des aktuellen Bedarfs.

Aufsummiert bedeutet das, dass über Eigenproduktion, Speicher, Pipelines und LNG heute bereits beinah 200 Prozent des Gasbedarfs gedeckt sind. Durch Nord Stream 2 kommen 55 Mrd. m³, also über 10 Prozent des europäischen Gasbedarfs, hinzu. Das ist ein klarer Beweis dafür, dass die Versorgungssicherheit hierzulande besser und nicht schlechter wird.

Ausgehend von dieser Grundregel zur Funktionsweise von Märkten wird deutlich, dass Nord Stream 2 nicht im Widerspruch zu den Zielen der europäischen Energieunion und des Energiebinnenmarktes steht. Im Gegenteil: Nord Stream 2 leistet einen Beitrag zur Diversifizierung der Transportrouten und erhöht damit die Liquidität, den Wettbewerb und die Versorgungssicherheit auf dem europäischen Energiemarkt."

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