Joachim Pfeiffer auf Delegationsreise nach Botswana und Angola: »Traide not Aid«

Erstellt am: 08.02.2019 – Geändert am: 11.02.2019

Vom 2. bis 9. Februar war der Ausschuss für Wirtschaft und Energie auf einer Delegationsreise nach Botswana und Angola unterwegs. Ziel der Reise war es, Einblicke in die aktuelle Entwicklung der beiden afrikanischen Länder zu erhalten sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken. Dazu trafen sich die neun Abgeordneten aller im Bundestag vertretenen Parteien vor Ort mit Regierungs- und Unternehmensvertretern sowie mit der Zivilgesellschaft. Dabei wurde deutlich, dass die Botschaft „trade not aid“ die neue Basis für Kooperationen sein muss. Afrika ist nicht mehr länger nur der Krisenkontinent, sondern eröffnet gerade Deutschland enorme Chancen und Möglichkeiten.

Deutsch-angolanische Kooperationen zur Stärkung von Infrastruktur und lokalen Kompetenzen

Mit dem Wasserkraftwerk Cambambe in Angola zeigt das deutsche Unternehmen Voith das Potential einer deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit. Das Unternehmen ist für die elektromechanische Ausstattung sowie für die Bauüberwachung zuständig und hat dazu u.a. Ingenieure vor Ort stationiert. Das schafft eine klassische Win-Win-Situation: Während deutsche Unternehmen den angolanischen Energiesektor weiter erschließen können, profitiert der aufstrebende südafrikanische Staat vom technologischen Know-How und stärkt damit seine eigene Infrastruktur.

Makroökonomisches Stabilisierungsprogramm als Entwicklungsmotor

Ein weiteres Highlight der Reise war das Gespräch mit dem angolanischen Staatspräsidenten, João Manuel Gonçalves Lourenço. Mit Sachverstand und Mut setzt dieser derzeit ein beeindruckendes, makroökonomisches Stabilisierungsprogramm für das 30 Millionen Einwohnergroße Land um, welches aus Sicht von Joachim Pfeiffer nicht nur ein Vorbild für Afrika, sondern auch für manches europäisches Land sein könnte. Dabei verfolgt Präsident Lourenço einen konsequenten multilateralen Ansatz und hat sich zum Ziel gesetzt, Korruption in seinem Land konsequent zu bekämpfen.

Botswana setzt auf den deutschen Exportschlager „Duale Ausbildung“

Auch Botswana entwickelt sich wirtschaftlich mit großen Schritten.

Hierbei spielt das deutsche Exportgut der „dualen Ausbildung“ eine zentrale Rolle. Wie eine deutsche Unterstützung im Bereich der Berufsbildung in Botswana konkret aussehen kann, haben die Wirtschaftspolitiker im Berufsbildungszentrum Construction and Industry Fund kennengelernt. Dort veranstalteten sie zudem gemeinsam mit dem botswanischer Minister für Beschäftigung, Arbeit und Kompetenzentwicklung eine Pressekonferenz zum Thema. Daneben stand ein Besuch im Naturreservat Mokolodi auf der Tagesordnung.

Mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt sind Safaris durch die botswanischen Savannen-Gebiete eines der beliebtesten Reiseziele für Touristen mit all ihren Auswirkungen auf Natur und indigene Völker. Zum Schutz und Erhalt des natürlichen Lebensraums setzt die botswanische Regierung verstärkt auf nachhaltigen Tourismus. Im Chobe-Nationalpark werden daher beispielsweise geräusch- und abgasarme Elektrofahrzeuge und auf dem Chobe-Fluss mit Sonnenenergie betriebene Boote eingesetzt. Indem einerseits verstärkt auf Ökotourismus gesetzt wird und andererseits Nationalparkstrukturen ausgeweitet werden, konnte die Anzahl an Wildtieren im Vergleich zu anderen Teilen Afrikas gehalten bzw. gesteigert werden. Mit rund 200.000 Elefanten ist Botswana zum Beispiel mittlerweile das Land mit der mit Abstand größten Elefantenpopulation der Welt.

„Trade, not aid“

Dass die Zukunft der Entwicklungshilfe im Handel und der wirtschaftlichen Kooperation liegt, wurde den Ausschussmitgliedern beim Besuch der  Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas, kurz SADC (Southern African Development Community), in Gaborone, Botswana, deutlich vor Augen geführt. In dieser Gemeinschaft sind 16 Staaten mit insgesamt rund 300 Millionen Einwohnern auf knapp 10 Millionen Quadratkilometer vereinigt mit dem Ziel, die wirtschaftliche und politische Integration im südlichen Afrika voranzutreiben. Hierzu sollte zunächst eine SADC-Zollunion und in einem weiteren Schritt ein Binnenmarkt geschaffen werden. Auch sollte eine gemeinsame Währung bis zum Jahr 2018 eingeführt werden. Derzeit arbeiten die Staaten noch an der Umsetzung dieser Ziele.

Für Joachim Pfeiffer ist dies kein Anlass zur Entmutigung. Er erklärt „Das Ziel, welches sich die SADC gesteckt hat, stimmt, auch, wenn der Weg dorthin noch lang ist.“

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