5G-Auktion – Der Weg für digitale Zukunftstechnologien ist frei

Erstellt am: 18.03.2019 – Geändert am: 18.03.2019

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Morgen startet die Auktion der neuen Mobilfunkfrequenzen 5G durch die Bundesnetzagentur. Mit dem neuen 5G-Standard können Zukunftstechnologien auf den Weg gebracht werden (Stichwort: Industrie 4.0), die Unternehmen fit für das digitale Zeitalter machen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland stärken. Was der Beiratsvorsitzende der Bundesnetzagentur von der Auktion erwartet, lesen Sie hier:

1. Was erwarten Sie von der Auktion?

Joachim Pfeiffer: „Zunächst einmal begrüße ich es, dass die Auktion der 5G-Frequenzen wie geplant am 19. März starten kann. Mit 5G können Zukunftstechnologien auf den Weg gebracht werden (Stichwort: Industrie 4.0), die Unternehmen fit für das digitale Zeitalter machen und die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland stärken. Für mich sind städtische und ländliche Räume dabei gleichwertig. Auch wenn wir nicht alles gleichzeitig erreichen können, brauchen wir einen flächendeckenden 5G-Ausbau. Davon profitieren am Ende alle Verbraucher. Die Auktionserlöse werden übrigens  ohnehin gleich wieder in den Breitbandausbau investiert. Außerdem erhoffe ich mir durch die Auktion eine Stärkung des Wettbewerbs im Markt."

2. Was bedeutet das für die Preise im Mobilfunk? Genau lässt sich die künftigen Datenpakete und Preise nicht absehen. Wie ist ihre Einschätzung: Wie werden sich Preise und Datenpakete entwickeln?

 Joachim Pfeiffer: „Die Auswirkungen auf die Mobilfunkpreise hängen vom Ergebnis der Auktion ab. Bei einem vierten Mobilfunknetzbetreiber erwarte ich intensiveren Wettbewerb und sinkende Preise und ggf. auch neue Angebote.“

3.Wie verbessert sich die Netzabdeckung? Die Netzabdeckung dürfte schon für das bestehende Mobilfunknetz steigen durch den Ausbau von 5G. Zum einem kommen zusätzliche Masten hinzu, zum anderen sieht die Vergaberegel der Netzagentur eine höhere Mobilfunkabdeckung vor: In jedem Bundesland soll nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur 98 Prozent der Haushalte bis zum Ende des Jahres 2022 mit einer Übertragungsrate von mindestens 100 Megabit pro Sekunde im Mobilfunk versorgt sein. Wie sehen Sie die Entwicklung der Netzabdeckung?

Joachim Pfeiffer: „Über die Versorgungsauflagen für 5G wurde intensiv diskutiert. Unser Ziel war und ist es, die Netzabdeckung zu verbessern. Die höheren Versorgungsauflagen werden zu einer besseren Mobilfunkversorgung in der Fläche führen. Aber selbstverständlich begrüße ich jede weitere Versorgung über die Auflagen hinaus."

4. Wie schnell wird 5G entstehen? Der schnelle Datenrausch auf dem Smartphone wird aber noch dauern. Ende 2025 werden erst Frequenzen nutzbar, die sich besonders für die Flächenversorgung eignen. Was erwarten Sie, ab wann lässt sich 5G gut nutzen? In welchen Teilen Deutschlands kommt es zuerst und dann später an?

Joachim Pfeiffer: „Die Bundesnetzagentur hat in ihren Vergabebedingungen festgelegt, dass 98% aller Haushalte bis Ende 2022 in jedem Bundesland mit 100 Mbit/s im gesamten Antennensektor versorgt werden müssen. Zudem ist die Versorgung künftig verstärkt am Straßennetz ausgerichtet. Bundesautobahnen und alle Bundesstraßen müssen spätestens bis Ende 2024 mit 100 Mbit/s versorgt werden. Aber auch alle Land- und Staatsstraßen müssen bis Ende 2024 mit 50 Mbit/s ausgebaut werden; ebenso die Wasserstraßen und die Schienenwege mit mehr als 2000 Fahrgästen pro Tag. Letzteres stellt sicher, dass auch ein großer Teil des Personennahverkehrs mitversorgt wird. Vor diesen Terminen erwarte ich nicht wirklich eine intensive 5G-Nutzung, schließlich muss die Infrastruktur erst errichtet werden. Dabei wird der Fokus sicherlich - wie immer - zunächst auf Städten und Ballungszentren Liegen, obwohl in den Versorgungsauflagen selbstverständlich nicht unterschieden wird  zwischen städtischen und ländlichen Gebieten.“

5. Was wird sich sonst für den Bürger und Verbraucher durch oder mit 5G verändern?

Joachim Pfeiffer:“Wir werden neue Dienste sehen, z.B. das viel diskutierte autonome Fahren. Darüber hinaus können künftig beispielsweise intelligente Maschinen selbstständig Fertigungsprozesse koordinieren, Schrauben kommunizieren mit Montagerobotern oder Produktionsanlagen veranlassen bei Bedarf selbst eine Reparatur. Diese Verzahnung der Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik wird mit 5G möglich. Der Verbraucher wird von diesen neuen, innovativen Diensten profitieren, die die Unternehmen dank 5G nun entwickeln und anbieten können. Das ist enorm wichtig, da der langfristige Erfolg des Wirtschaftsstandortes als auch seine Innovationskraft maßgeblich von der Fähigkeit abhängen, die Potenziale der digitalen Revolution auszuschöpfen.“

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