30 Jahre Deutsche Einheit: “Die Wiedervereinigung ist eine Erfolgsgeschichte”

Erstellt am: 03.10.2020 – Geändert am: 03.10.2020

Quelle: Canva

Am 3. Oktober 1990 trat der Einigungsvertrag in Kraft und besiegelte die Deutsche Einheit. Rund ein Jahr zuvor haben die Menschen in der DDR mit Zivilcourage und Freiheitswillen die Mauer zum Einsturz gebracht und die SED-Diktatur beendet. Viel ist seitdem in den neuen Bundesländern passiert, ob auf dem Arbeitsmarkt, im Tourismus oder in der Infrastruktur.

Die Wiedervereinigung hat Deutschland geeint und zugleich vielfältiger gemacht. Die tiefe Spaltung, die hinsichtlich Demokratieverständnis, Freiheit und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit bestand, ist trotz aller noch verbliebenen Unterschiede heute weitgehend überwunden.

Mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft wurden die Grundlagen für die wirtschaftliche Erneuerung der neuen Länder und die Angleichung der Lebensverhältnisse gelegt. Die vor 30 Jahren offensichtlichen Leistungs- und Ausstattungsunterschiede sind mittlerweile nahezu in allen Lebens- und Politikbereichen überwunden oder haben sich deutlich verringert. Der Jahresbericht 2020 der Bundesregierung zeigt dies an vielen Beispielen: von der Umweltqualität über Gesundheit, Infrastruktur und Wohnen bis hin zu Wirtschaft, Bildung und Forschung.

Eine spezifische Stärke der neuen Länder liegt zum Beispiel beim Bildungsniveau der Erwerbsbevölkerung, wie internationale Vergleichsdaten zeigen. Auch die Qualität des Wohnens und der Umwelt sind heute höher als in den meisten anderen deutschen Regionen. Gerade hier haben sich im Vergleich zu den Verhältnissen in der DDR für die Menschen enorme Verbesserungen ergeben. Bei der Ausstattung mit Infrastruktur und im Bereich der Nahversorgung gibt es in Deutschland insgesamt ein hohes Leistungsniveau. Wo Verbesserungsbedarf besteht, ist dieser heute nicht mehr auf die neuen Länder beschränkt, sondern zeigt sich bundesweit vielfach entlang von Unterschieden zwischen ländlichen und städtischen oder strukturschwachen und strukturstarken Regionen.

Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich bis zum Beginn der Corona-Krise grundlegend verbessert. Die Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern haben sich insgesamt verringert. Arbeitslosen- und Armutsrisikoquote liegen heute teilweise sogar unter dem Niveau von einzelnen westdeutschen Ländern. Bei den verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte haben Sachsen und Brandenburg das Niveau des Saarlands erreicht.

“Die Wiedervereinigung ist eine Erfolgsgeschichte. Das zeigt sich insbesondere beim Blick auf die Wirtschaftskraft, die sich im Osten seit 1990 vervierfacht hat. Fakt ist, dass sich in den vergangenen 30 Jahren die Lebenssituation vieler deutlich verbessert hat. Aber es gibt noch viel zu tun. Der Weg der Wiedervereinigung ist nicht mit einem Abschlussdatum versehen. Die Herausforderungen sind heute vielschichtiger. Sie betreffen nicht mehr nur Ost und West, sondern die gesamte Bundesrepublik. Strukturschwache Regionen gibt es beispielsweise sowohl im Osten wie im Westen. Deshalb gilt es, die Unterstützung strukturell schwacher Regionen in Zukunft deutschlandweit auszurichten.“

Eines steht dabei für Pfeiffer fest: “Auf keinen Fall sollte man einen Schlussstrich hinter die Aufarbeitung der SED-Diktatur ziehen. Eine Auseinandersetzung mit dieser Zeit ist wichtig. Nur so kann eine Verharmlosung der SED-Verbrechen verhindert werden.”

Anlässlich der Wiedervereinigung hat der Deutsche Bundestag eine umfangreiches Dossier veröffentlicht, dass Sie hier zum Download finden.

Eine detaillierte Chronologie zur Wiedervereinigung finden Sie hier.

 

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