25.000 Euro vom Bund für das Schwaikheimer Milchhäusle

Erstellt am: 25.09.2020 – Geändert am: 24.09.2020

Der Bund beteiligt sich mit 25.000 Euro an der Modernisierung des Heimatmuseums „S’Milchhäusle“ in Schwaikheim. Die Förderung erfolgt im Rahmen des „Soforthilfeprogramms Heimatmuseen“, das Teil des Förderprogramms „Kultur in ländlichen Räumen“ ist. 

Seit 1986 betreibt der Heimatverein in Schwaikheim das ehemalige Milchhäusle als Heimatmuseum. Besucher erhalten dort nicht nur Einblicke in die bäuerliche Hauswirtschaft. Der Verein präsentiert in den von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten auch Werkzeuge der ortstypischen Handwerke, darunter Berufe wie Wagner, Flaschner, Sattler, Küfer und Schuhmacher. So bleibt die Geschichte Schwaikheims und seiner Einwohner erhalten und bietet Jung bis Alt spannende Einblicke in das Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Mit der Bundesförderung in Höhe von 25.000 Euro plant der Heimatverein, in den Brandschutz zu investieren, die Ausstellung zu modernisieren und die Nutzfläche zu erweitern.

Der Waiblinger Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer, Schwaikheims Bürgermeister Gerhard Häuser und der Vorsitzende des örtlichen Heimatvereins Hans-Joachim Röger freuen sich über die Unterstützung:

Pfeiffer: „Mehr als die Hälfte der Einwohner Deutschlands leben im ländlichen Raum. Kultur- und Vereinsarbeit ist Mittelpunkt des Ortslebens und enorm wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit dem Förderprogramm unterstützt der Bund nun die Länder dabei, Kultur im ländlichen Raum zu erhalten und auszubauen. Als direkt gewählter Abgeordneter ist es mir ein besonderes Anliegen, dass jeder Bürger sein Recht auf kulturelle Teilhabe wahrnehmen kann.”

Häuser: „Ich freue mich, dass nun Fördergelder bewilligt wurden, die eine Sanierung dieses Schwaikheimer Kleinods möglich machen.“

Röger: “Das Milchhäusle und die Sammlung von Haushaltsgegenständen sowie handwerklichen Werkzeugen tragen zum Erhalt unseres Alltagskulturgutes bei. Sie sind nicht mehr aus Schwaikheim wegzudenken. Als Heimatverein freuen wir uns über die Förderung des Bundes. Damit werden nun Modernisierungsmaßnahmen möglich und die Nutzfläche kann erweitert werden.”

 

Hintergrund:

Zum Förderprojekt

Das Projekt „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen“ des Deutschen Verbandes für Archäologie e.V. (DVA) richtet sich in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund e.V. (DMB) an regionale Museen, Freilichtmuseen, archäologische Parks und Träger von Bodendenkmalstätten in ländlichen Räumen mit bis zu 20.000 Einwohnern. Diese Einrichtungen können Mittel beantragen, um Modernisierungsmaßnahmen und programmbegleitende Investitionen durchzuführen. 

Durch das Projekt werden regionale Museen, Freilichtmuseen, archäologische Parks und Träger von Bodendenkmalstätten in ihrem Betrieb und ihrer Weiterentwicklung gestärkt - und so der Erhalt des immateriellen und materiellen Kulturerbes als wesentlicher Teil der kulturellen Identität in ländlichen Räumen unterstützt. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse und zur Sicherung der kulturellen Teilhabe als Teil der regionalen Daseinsvorsorge.

Die Maßnahme „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Kultur in ländlichen Räumen“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ (BULE) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Zum Michhäusle

Das Schwaikheimer Milchhäusle in der Goethestraße wurde aufgrund der zu klein gewordenen Milchsammelstelle durch die Milchgenossenschaft im Jahr 1925 im vorderen Teil erstellt. Der Verkaufsraum wurde 1957 an das Milchhäusle angebaut, in dem 19 Jahre lang Milch und Molkereiprodukte verkauft wurden. Nach dem Krieg setzte der Strukturwandel in der Landwirtschaft ein, es wurde wirtschaftlicher, die Milch durch Tankwagen auf den Höfen abzuholen. Das Milchhäusle wurde dadurch nicht mehr gebraucht und daher 1976 geschlossen. 1985 wurde das Gebäude an die Gemeinde verkauft, die das Erdgeschoss 1986 dem Heimatverein Schwaikheim zur Verfügung stellte. Seither dienen die Räume als Werkstatt, Lager, Treffpunkt und Ausstellungsraum.

Der Heimatverein Schwaikheim e.V. betreibt neben einer noch aktiven Schmiede und der „Weichert-Scheune“, in der landwirtschaftliche Großgeräte ausgestellt werden, das ehemalige Milchhäusle als Heimatmuseum mitten im Ort. Es beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Haushaltsgegenständen und handwerklichen Werkzeugen. Den Bürgern werden Lebens- und Arbeitsweise einer vergangenen Zeit anschaulich nähergebracht. Eine im Milchhäusle untergebrachte, beachtenswerte Bilddokumentation von Gebäuden, Straßenzügen und Personengruppen, ergänzt die Ortschronik der Gemeinde Schwaikheim.

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