Gebäude sind schlafende Klimariesen

Erstellt am: 13.12.2019 – Geändert am: 13.12.2019

Quelle: CDU Deutschland

Mit den Energieexperten der anderen Bundestagsparteien diskutierte Joachim Pfeiffer am Dienstag bei der Wirtschaftsinitiative „Smart Living“ über digitale und bezahlbare Lösungen für den Klimaschutz im Gebäudebereich. Die einstimmige Meinung: Der schlafende Riese der Energiewende ist der Gebäudesektor. Um die enormen Potenziale zu heben, spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle.

Smart Living hat zur Aufgabe unseren Alltag zu erleichtern. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz stehen dabei im Vordergrund. Damit die intelligente Gebäudetechnik Realität wird, werden digitale Gebäudeautomationssysteme gebraucht, die enorme, kurzfristig mobilisierbare und kostengünstig realisierbare CO2-Emissionseinsparpotenziale ermöglichen, insbesondere im Bestandsbau. „Smart Meter zeigen heute bereits, was möglich ist. Durch den Einsatz intelligenter Messsysteme können beispielsweise kleine Photovoltaik-Anlagen besser in das Gesamtsystem eingebunden und Einsparpotenziale gehoben werden. Dadurch können Stromverbraucher zukünftig ihren Stromverbrauch effizienter steuern und von Effizienzgewinnen profitieren. Diese Smart Meter sind aber nur der erste Schritt hin zu einem flexiblen und intelligenten Energiesystem“, zeigt sich Joachim Pfeiffer überzeugt.

Dem Smart-Living-Markt wird sowohl in Deutschland als auch weltweit ein großes Wachstum vorausgesagt, wie die anwesenden Diskutanten berichteten. So können mit Hilfe von smarten Energiemanagement-Systemen nicht nur Energieeinsparungen zwischen 25 und 40 Prozent erzielt werden, sondern ein weltweites Marktvolumen von 19 Milliarden Euro bis 30 Milliarden Euro bis zum Jahr 2021 erreicht werden. Allein in Deutschland lag der Umsatz des Smart Living-Marktes im Jahr 2017 bei 1,29 Milliarden Euro. Dieser soll auf 4,14 Milliarden Euro in den nächsten beiden Jahren anwachsen.

Auch wenn deutsche Unternehmen aufgrund ihrer Expertise beste Voraussetzungen für den Smart Living-Markt mitbringen, stehen sie vor großen Herausforderungen, u.a. Datensicherheit, Bedienbarkeit, Unterstützung bei Anschaffung und Installation, Wettbewerb durch ausländische Unternehmen. Aus diesem Grund bedürfe es Investitionen in die Fort- und Weiterbildung. Das Panel stellte sich daher auch die Fragen, in wie weit Digitalisierungsthemen in die bestehenden Lehr- und Ausbildungspläne sowie in die universitäre Ausbildung eingebaut werden können und müssen. Denn ohne Fachkenntnisse sind auch die besten technologischen Innovationen für die Gebäude nichts wert.

Es wurde außerdem darauf hingewiesen, dass zunächst auch die Konsumenten über Smart Home Anwendungen aufgeklärt werden müssen. So nutzen zwar laut dem Smart Home Monitor 2016 bereits 30 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Haushalte Smart-Home-Anwendungen; dies war vielen Befragten jedoch gar nicht bewusst.

Hintergrund:

Die Smart Living-Initiative ist eine bundesweite Initiative, die 2017 im Rahmen der Weltleitmesse Erlebniswelt Bad, Gebäude-, Energie-, Klimatechnik, Erneuerbare Energien – ISH gegründet wurde mit dem Ziel, Deutschland zum internationalen Leitmarkt für Smart Living-Anwendungen auszubauen. Daran beteiligt sind zahlreiche Unternehmen und Verbände.

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