Fahrzeugbranche – Transformation aktiv gestalten

Erstellt am: 06.11.2020 – Geändert am: 06.11.2020

Quelle: Canva

Die Fahrzeugbranche erlebt derzeit enorme Umbrüche. Dabei muss sie nicht nur die Auswirkungen der Corona-Krise meistern, sondern auch den Strukturwandel bewältigen. Digitalisierung, Industrie 4.0, Automatisierung und Vernetzung verändern Produktionsprozesse, Geschäftsmodelle und Mobilitätsdienstleistungen. Die Nutzung von Daten spielt dabei  eine entscheidende  Rolle. Deshalb ist ein neuer Blick auf die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg notwendig. Dazu hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) nun ein Eckpunktepapier vorgelegt.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion Joachim Pfeiffer begrüßt den Vorstoß:

“Die Automobil- und deren Zulieferbranche stehen vor einem erheblichen Umbruch. Allein in der Region Stuttgart sowie im Rems-Murr-Kreis sind durch die Digitalisierung und Elektrifizierung bis zu 15.000 Entwickler betroffen. Die Pandemie beschleunigt diesen Prozess. Entsprechend groß ist der Handlungsdruck. Es braucht jetzt konkrete Maßnahmen, um den Strukturwandel aktiv zu gestalten. Deshalb freue ich mich über den Vorstoß des Bundeswirtschaftsministeriums. Es gilt nun, das Eckpunktepapier in konkrete Handlungsmaßnahmen zu überführen.”

Das BMWi stellt dafür 2 Milliarden Euro für die Jahre 2020 bis 2024 zusätzlich für Zukunftsinvestitionen in einen innovativen Fahrzeugbau zur Verfügung. Damit werden die bisherigen Aktivitäten weiter gestärkt, ausgebaut und so ein wichtiger Beitrag zur Transformation der Automobilindustrie geleistet.

Was erreicht werden soll

Die Digitalisierung in der Fahrzeugbranche als Ganzes ist weit vorangeschritten. Sie hat nicht nur in den Unternehmen selbst Einzug gehalten, sondern auch die Vernetzung zwischen den Unternehmen über Wertschöpfungsketten hinweg hergestellt. Neue Geschäftsfelder und moderne Mobilitätskonzepte sind entstanden, Produktion und Wertschöpfung sind nachhaltig, flexibel und resilient organisiert. Dazu trägt ein funktionierender automobiler Datenraum bei, in dem Daten geschützt und sicher ausgetauscht werden können. Die Fahrzeugbranche ist zum Vorreiter bei Industrie 4.0 und Digitalisierung auf allen Ebenen geworden. Die gesamte Branche hat sich auf die neuen technologischen Herausforderungen erfolgreich eingestellt und die Unternehmen haben ihren Platz in der veränderten Markt- und Konkurrenzsituation gefunden. Deutschland nimmt international eine führende Rolle bei Elektromobilität und autonomem Fahren ein. Hochqualifizierte Mitarbeiter bilden das Rückgrat dieser Entwicklung.

Transformation beschleunigen, Innovationskraft stärken, Daten nutzen

Mit den Mitteln soll eine nachhaltige, schnelle und technologieoffene Transformation der Fahrzeugbranche in Gang gesetzt werden. Hierfür sind Investitionen in neue Konzepte und Verfahren, neue Produkte, Qualifizierung und Produktionsanlagen notwendig. Das Förderkonzept wird alle diese Punkte aufgreifen. Große thematische Leuchttürme sollen entstehen, in denen Forschung und Entwicklung bei innovativen Technologien vorangetrieben wird und durch gut organisierten Transfer diese Technologien in der ganzen Fahrzeugbranche ausgerollt werden. Beispiele hierfür sind autonomes Fahren, übergreifende Datennutzung auf Basis von GAIA-X oder vernetzte und modulare Produktion. Die Unterstützung von regionalen Innovationsclustern wird diesen Transformationsprozess stärken.

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