Energiegespräch am Reichstag – Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit

Erstellt am: 17.01.2020 – Geändert am: 17.01.2020

Copyright: Büro Dr. Joachim Pfeiffer

Die Industrie bewege sich derzeit im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit nicht nur in Deutschland, sondern europaweit, so die Diagnose des wirtschafts- und energiepolitischen Sprechers der Union, Joachim Pfeiffer, beim heutigen „Energiegespräch am Reichstag“. Es sei naiv und gefährlich, die Augen vor den industriepolitischen Folgen von immer ehrgeizigeren Klimazielen zu verschließen. Das würde auch am Beispiel des in dieser Woche vorgestellten EU Green Deals der EU-Kommission deutlich, durch den die Europäische Union bis 2050 klimaneutral werden soll. Über die Auswirkungen einer „Klimaneutralität“ würde kaum gesprochen. Eine Emissionsreduzierung auf 80 bis 95 Prozent bis 2050 setze eine Verdopplung oder Verdreifachung des Strombedarfs voraus. Dieser Bedarf kann nur mit einem massiven Ausbau Erneuerbarer Energien  gedeckt werden.

Solche politischen Entscheidungen setzten Unternehmen, die ohnehin in einem starken globalen Wettbewerb, insbesondere auch mit China stehen, enorm unter Druck und schaffe Planungsunsicherheit mit der Gefahr der Abwanderung ins Ausland (Carbon Leakage). In seinem Vortrag forderte der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der Union-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, daher eine industriestrategische Antwort auf diese strukturelle Wettbewerbsverzerrung. Konkret schlug Pfeiffer einen europäischen Industriestrompreis vor.

Das „Energiegespräch am Reichstag“, zu dem Energieexperten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geladen sind, findet regelmäßig in Berlin statt mit dem Ziel, über aktuelle energiepolitische Entwicklungen zu debattieren und etwaige Lösungswege aufzuzeigen.

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