Einigung mit dem Koalitionspartner: Offshore wird zur tragenden Säule der Energiewende

Erstellt am: 02.11.2020 – Geändert am: 02.11.2020

Am Montag, den 2. November, einigten sich die Koalitionspartner über das  Wind-auf-See-Gesetz, das anschließend am Donnerstag im Bundestag verabschiedet wurde. Dazu erklärt der energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer:

"Offshore wird zur tragenden Säule der Energiewende. Mit dem Wind-auf-See-Gesetz wird nun der Turbo beim Ausbau der Windenergie gezündet. Das bedeutet deutlich höhere Offshore-Ziele: Wir verdreifachen bis 2030 den Anteil der Stromerzeugung aus Offshore auf 15 bis 20 Prozent. Deutschland wird damit weltweit zum Vorreiter und Technologieführer.”

Die Förderung und Ausschreibung seien so ausgestaltet, dass auch künftig 0-Cent-Gebote möglich sind, erklärt Pfeiffer. “Auf die zweite Gebotskomponente wird vorübergehend verzichtet und nach einer Evaluierung über das weitere Vorgehen entschieden. Als Union lehnen wir Differenzverträge ab, da dies ein kompletter Systemwechsel und eine Dauersubventionierung wäre”, erläutert der energiepolitische Sprecher.

Trotz der guten Botschaft für den Ausbau der Windkraft auf See hinke Deutschland beim Ausbau der Stromnetze sieben Jahre hinterher, so Pfeiffer. “Für den Ausbau auf See braucht es zusätzliche Leitungen. Der Strom kommt nicht per WLAN nach Stuttgart. Hier gilt es den nächsten Turbo zu zünden.”

 

Zum Hintergrund:

Mit der Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes wird ein Teil des Klimaschutzprogramms 2030 umgesetzt. Mit dem Gesetz wird das Ausbauziel für Offshore-Windenergie bis 2030 von 15 auf 20 Gigawatt Leistung angehoben. Zudem wird erstmals ein Langzeitziel definiert: Bis zum 2040 soll eine installierte Leistung von 40 Gigawatt erreicht werden. Außerdem wird ein zusätzlicher Prüfschritt eingeführt, der das Risiko minimiert, dass ein Windpark nicht genutzt werden kann, weil sich die Fertigstellung der dazugehörigen Offshore-Anbindungsleitung verzögert.

Ursprünglich war geplant, mit der zweiten Gebotskomponente eine Art Gebührt einzuführen. Falls in einer Ausschreibung mehr als ein Bieter ein 0-Cent-Gebot abgebe und somit keine staatliche Förderung erhalten will, sollte in einer zweiten Runde ein negatives Gebot vorgelegt werden. Der Bieter sollte angeben, wie viel er bereit ist, pro Kilowattstunde zu zahlen, um den Zuschlag zu bekommen.

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