Eine hitzige Debatte um den Nordostring

Erstellt am: 06.12.2019 – Geändert am: 06.12.2019

Copyright: Büro Dr. Joachim Pfeiffer, MdB

Über 200 Zuhörer waren ins Martin-Luther-Haus nach Waiblingen gekommen, um sich die verschiedenen Positionen zur umstrittenen Umgehungsstraße im Nordosten der Region Stuttgart zwischen Waiblingen und Kornwestheim anzuhören. Dazu eingeladen hatte die Bürgerinteressengemeinschaft Waiblingen-Süd (BIG). Von den Buh- und Pfui-Rufen aus dem Publikum ließ sich Joachim Pfeiffer bei der Podiumsdiskussion nicht beeindrucken und beharrte auf seiner Meinung, dass der Nordostring in Kombination mit der Filderauffahrt die notwendigste Straße Deutschlands sei. Dafür gäbe es gute Gründe, so der CDU-Politiker.

In regelmäßigen Abständen erregt der geplante Bau des Nordostrings die Gemüter. Die einen, wie der Sprecher der Arge Nordost Joseph Michl und die große Mehrheit des Publikums, sehen in der Umgehungsstraße ein Monsterbauwerk, welches wertvolle landwirtschaftliche Fläche frisst und noch mehr Verkehr anlockt. Die anderen, wie der Waiblinger Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer, sehen darin eine Chance, um die Wirtschaftsregion zu erhalten. „Stihl transportiert seine Sägen ja schließlich nicht mit Lastenfahrrädern“, argumentierte Pfeiffer voller Leidenschaft für den Bau des Nordostrings. Den verbalen Gegenwind ist er gewohnt. Statt sich bei diesem Thema nur von Emotionen leiten zu lassen, schaut er auf die Faktenlage. Und diese ist ziemlich eindeutig: Der Nordostring erreicht bei einem Nutzen-Kosten-Vergleich bundesweit den Höchstwert von zehn Punkten. „Alles über dem Wert eins ist würdig, gebaut zu werden.“ Aus diesem Grund findet sich der Nordostring im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030. Überdies sei das Geld für den Bau vorhanden. Eine zügige Umsetzung sei nun notwendig. Diese allerdings verhindert der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), der andere Projekte als prioritär betrachtet. Dafür gibt es aus Sicht von Joachim Pfeiffer jedoch keine Gründe.

Nicht nur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, auch aus raumordnerischen, Umwelt- und verkehrlichen Aspekten sei der Bau für die Bürger in Waiblingen ein Vorteil. Durch die Entlastung innerstädtischer Straßen käme es zu einer Lärmentlastung und damit zu einer Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität. Wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass der Nordostring und die Filderauffahrt den Verkehr in Stuttgart um 20 Prozent reduzieren würden, womit die Feinstaub- und Stickoxidprobleme in der Region gelöst wären. Tunnel oder Einhausungen könnten außerdem die Eingriffe in die Landschaft auf ein Minimum reduzieren. Nichts legitimiere daher die „Verhinderer-Mentalität“.

Die einzelnen Impulsgeber, die mit dem Moderator Frank Rodenhausen vom Zeitungsverlag Waiblingen diskutiert hatten, konnten an diesem Abend zu keiner Einigung kommen. Das wäre auch zu viel verlangt gewesen. Aber die Diskussionsveranstaltung machte zeigte Joachim Pfeiffer erneut, wie groß die Abwehrhaltung in der Region gegenüber Infrastrukturprojekten ist und wie die Bürger mehr Risiken als Chancen sehen.

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