Digitalisierung ist kein Jobkiller

Erstellt am: 19.04.2018 – Geändert am: 20.04.2018

Entgegen zahlreicher Thesen: Der digitale Wandel führt nicht zu Arbeitsplatzabbau. Das ist das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln). Im Gegenteil, Unternehmen 4.0, also stark digitalisierte Firmen, hätten ihre Belegschaften häufiger vergrößert als dies bei weniger digitalisierten Unternehmen der Fall war.

Die endgültigen Auswirkungen, die die Digitalisierung und zunehmende Vernetzung von Geräten auf die Beschäftigungsentwicklung hat, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht vollständig abschätzen. Klar sei aber, dass sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Im verarbeitenden Gewerbe etwa, einer Branche mit hohem Automatisierungsgrad, seien zuletzt weniger Beschäftigte eingestellt worden. Grund dafür sei aber nicht der digitale Wandel, sondern vielmehr der Fachkräftemangel in der Branche.

Da Deutschland bei der Digitalisierung noch in den Kinderschuhen steckt, gilt es, die Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt abzuwarten. Sicher allerdings sei, dass die Furcht vor einer neuen Massenarbeitslosigkeit übertrieben sei, so das Institut. Das macht auch ein Blick zurück in die Geschichte deutlich: In Volkswirtschaften, die mit technologischen Veränderungen erfolgreich umgehen konnten, verbesserte sich das Leben.

So bietet auch die Industrie 4.0 mehr Chancen als Risiken für Arbeitsplätze und Wertschöpfungspotenziale. Denn durch die Digitalisierung entstehen neue Produkte und Geschäftsmodelle, wenn sich auch die Anforderungen an das Personal verändern und Lehre und Ausbildung sich darauf einstellen muss. Allein in den nächsten fünf bis zehn Jahren geht das IW Köln von einer Produktivitätssteigerung von 90 bis 150 Milliarden Euro durch Industrie 4.0-Anwendungen aus. Diese Chance gilt es zu nutzen.

 

 

Die komplette Studie finden Sie hier

 

 

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