Die Welt im Zeitalter der Migration

Erstellt am: 18.05.2018 – Geändert am: 18.05.2018

Weltweit leben rund 250 Millionen Menschen als Migrantinnen und Migranten außerhalb ihres Herkunftslandes. Davon befinden sich mehr als 65 Millionen Menschen aktuell auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung, etwa 40 Millionen innerhalb ihres eigenen Landes. Nicht erst seit der europäischen Flüchtlingskrise im Jahr 2015 verändert dieser Exodus die geopolitische und wirtschaftliche Lage in der Welt tiefgreifend. Warum scheint es, als seien Regierungen beim Umgang mit Flüchtlingen überfordert? Welche Auswirkungen ergeben sich für Länder, die sich selbst als Transitländer betrachten, aber zunehmend große Einwandererzahlen aufnehmen? Kann das beschleunigte Tempo technologischer Innovationen genutzt werden, um das Leben von Migranten und Flüchtlingen zu verbessern? Diese Fragen zur Migration und Integration erörterte Joachim Pfeiffer mit weiteren Führungspersönlichkeiten aus aller Welt bei einem Workshop der Tällberg Stiftung in Marokko vom 10. bis 12. Mai.

 

Bei den Workshop-Einheiten wurde deutlich, dass es eine Vielzahl an Herausforderungen beim Thema Migration gibt: Ob Sprachbarrieren, unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Lebensstile, oder mangelnde Qualifikation und dadurch hohe Integrations-Hürden in den Arbeitsmarkt. Diese gilt es, ehrlich anzusprechen und gleichzeitig die Augen nicht vor den Chancen zu verschließen. Gerade für Länder wie Deutschland, die einem demografischen Wandel gegenüberstehen, bietet Migration neue Möglichkeiten. Bei erfolgreicher Integration können Migranten nämlich einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung europäischer Gesellschaften leisten. Sprachtrainings, ein durchlässiges Schulsystem, Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Praktikum- und Job-Angebote in Unternehmen sind einige Schritte, die zu einer schnelleren Integration beitragen können. Für Joachim Pfeiffer gehört dazu auch, Klarheit zu schaffen und keine falschen Hoffnungen über Asylbewerberanträge zu machen. Das Recht auf Asyl sei nur so gut, wie es konsequent angewandt wird. Sprich: Aus Ablehnung folge Rückführung, folge Verlassen des Landes. Sonst würde der Staat seine Glaubwürdigkeit verlieren und unser Grundrecht ausgehöhlt werden. Ein Rechtsstaat brauche Verlässlichkeit. Der CDU-Politiker betonte, dass Abschiebungen aber nicht eine Verabschiedung der Willkommenskultur bedeuten.

 

Hintergrund: Die Tällberg Stiftung ist eine Nonprofit Organisation, die 1981 in Schweden gegründet wurde mit dem Ziel, neue Denkweisen herauszufordern über Themen, die die Entwicklung liberaler Demokratien in Frage stellen. Dies erreicht sie durch unterschiedliche Veranstaltungskonzepte, u.a. Workshops und Seminare. Die Stiftung ist mit Büros in New York und Stockholm vertreten.

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