Deutschland und Uruguay für neues Freihandelsabkommen

Erstellt am: 10.02.2017 – Geändert am: 11.09.2017

Deutschland und Uruguay setzen sich für den erfolgreichen Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und Mercosur ein. Auch in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Landwirtschaft sollen die Beziehungen ausgebaut werden. Das sagte Bundeskanzlerin Merkel bei dem Besuch des Präsidenten von Uruguay, Vázquez. Uruguay hat mit der Übernahme der Mercosur-Präsidentschaft erneut die Möglichkeit, sich für den Freihandel mit Europa einzusetzen.

Merkel bezeichnete Uruguay als einen wichtigen "Motor für Freihandelsabkommen". Die bilateralen Beziehungen zwischen Uruguay und Deutschland sind traditionell sehr gut. Deutschland war 2015 sowohl beim Im- als auch beim Export führender Handelspartner Uruguays innerhalb Europas. Damit ist er einer der wichtigsten Handelspartner weltweit.

Durch einen Richtungswandel in Brasilien und den Regierungswechsel in Argentinien gibt es inzwischen eine Bereitschaft zu Verhandlungen mit Mercosur. Bereits im März wird die nächste Verhandlungsrunde mit der EU stattfinden. Der uruguayische Präsident sprach sich für den Abbau von Handelsschranken aus, um eine "weltweit gerechtere und ausgewogene Handelsarchitektur zu fördern". Der Dialog und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern sei der angemessene Weg, ein Ambiente der inklusiven und nachhaltigen Beziehungen auf globaler Ebene zu schaffen. Mit Blick auf weitere Handelsabkommen, besonders auch mit den USA, betonte die Kanzlerin, die EU führe neben den bereits abgeschlossenen Abkommen mit Peru, Kolumbien und Chile bereits Verhandlungen mit Japan, Indien, Australien. "Wir werden auch im Rahmen unserer G20-Präsidentschaft das Thema Freihandel bearbeiten. Dann werden wir genauer wissen, wo die Prioritäten der neuen amerikanischen Administration liegen", so Merkel. Der gemeinsame Markt des Südens, Mercosur, versteht sich nicht nur als Zollunion. Er strebt auch den Schutz der Menschenrechte, den freien Verkehr von Dienstleistungen und Produktionsfaktoren sowie die Harmonisierung der Wirtschaftspolitiken und der Gesetzgebung an. Mitgliedstaaten sind neben Uruguay Argentinien, Brasilien und Paraguay. Mit dem besten Gini-Koeffizienten in Lateinamerika zeigt Uruguay, dass man nicht nur die Wirtschaft vorantreibe, sondern auch die Verteilung unter den Menschen vernünftig gestalten möchte. Uruguay ist außerdem ein gutes Beispiel für international sehr verantwortungsvolles Handeln. Der industrielle Bereich ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt der bilateralen Zusammenarbeit. Deutschland kann Uruguay im Rahmen eines industriellen Infrastrukturprogramms unterstützen. Es könne sich beispielsweise am Ausbau der Schienen-Infrastruktur beteiligen. Dazu werde es eine Absichtserklärung mit dem uruguayischen Verkehrsministerium geben. 

 

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