Zwischenbericht zur Endlager-Suche für radioaktive Abfälle – Ein erster Schritt in einem langwierigen Prozess

Erstellt am: 03.10.2020 – Geändert am: 03.10.2020

Quelle: Canva

Am Montag hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ihren „Zwischenbericht Teilgebiete“ veröffentlicht. Dieser ist einer der ersten Schritte des langen Auswahlverfahrens, der ausschließlich geologischen Kriterien betrachtet. Entsprechend hoch ist die Zahl der möglichen Teilgebiete. Insgesamt weist der Bericht 90 aus, die insgesamt 54 Prozent der deutschen Landfläche ausmachen und in Baden-Württemberg 39 von 44 Landkreisen betreffen.

Als Zeithorizont für das Endlager wurde eine Lagerung von einer Million Jahre vorgegeben. Im Jahr 2050 soll es in Betrieb genommen werden. Der Waiblinger Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer erklärt: "Der Deutsche Bundestag hat seinerzeit mit einer breiten Mehrheit dieses Verfahren beschlossen. Transparenz und Akzeptanz sind die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Endlagersuche. Das garantiert das Verfahren. Mit dem Zwischenbericht ist nun ein erster Schritt getan, viele weitere werden noch folgen. Gleichzeitig nehme ich die Sorgen der Menschen vor Ort sehr ernst und stehe den Bürgerinnen und Bürgern in meinem Wahlkreis als Ansprechpartner zur Verfügung. Außerdem rufe ich sie nachdrücklich dazu auf, sich an der öffentlichen Diskussion zu beteiligen."

In diesem frühen Schritt des Auswahlverfahrens wurden nur Gebiete ausgeschlossen, die aufgrund geologischer Voraussetzungen oder Erdbebengefahr für ein Endlager von vorneherein ausgeschlossen sind. Durch weitere Untersuchungen werden in den kommenden Jahren schrittweise immer mehr Gebiete ausgeschlossen, bis schließlich im Jahr 2031 eine Entscheidung für ein Endlager fallen soll. Den Bericht und eine interaktive Karte können Sie hier abrufen.

Die weiteren Schritte sehen vor, dass die Öffentlichkeit durch eine digitale „Fachkonferenz Teilgebiete“ beteiligt wird. Dafür ist eine Anmeldung auf der Webseite der BGE möglich. Die Sitzungen sollen an mehreren Terminen bis Juni 2021 stattfinden. Parallel dazu geht die Auswertung der Daten durch die zuständigen Behörden weiter. Darauf aufbauend sowie nach den ersten vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen und gegebenenfalls einer Anwendung planungswissenschaftlicher Abwägungskriterien wird die BGE einen Vorschlag für Standortregionen erarbeiten, die übertägig erkundet werden sollen. Erst in einem darauffolgenden Schritt erfolgt dann auch eine untertägige Erkundung an wenigen Standorten.

In die weitere Bewertung werden alle vorhandenen Erkenntnisse einfließen. Dabei müssen auch alle Faktoren einbezogen werden, die aufgrund des dargestellten schrittweisen Vorgehens bislang noch nicht berücksichtigt wurden.

Das Verfahren zur Suche eines Endlagers wurde so aufgestellt, dass die einzelnen Schritte auf der wissenschaftlichen Grundlage geologischer Fakten bei gleichzeitig maximaler Transparenz durchgeführt werden und dass alle Aspekte verlässlich berücksichtigt werden. Als Bundestagsabgeordneter Ihres Wahlkreises stehe ich Ihnen gerne für alle Hinweise und Fragen zur Verfügung. 

Detaillierte Informationen zum Verfahren und den weiteren Ablauf erhalten Sie hier.

 

Zurück