Befristungen - Einstieg in den Aufstieg

Erstellt am: 26.04.2019 – Geändert am: 26.04.2019

Copyright: Marcel Schlegelmilch

Die Diskussionen über Einschränkungen der sachgrundlosen Befristung sieht Joachim Pfeiffer kritisch. Künftig sollen alle Befristungen nur noch möglich sein, wenn der Arbeitnehmer zuvor max. fünf Jahre befristet oder unbefristet im Unternehmen beschäftigt war. Damit sollen beispielsweise sogenannten Kettenbefristungen eingeschränkt und die Sicherheit für Arbeitnehmer erhöht werden.

Das Argument übersieht jedoch gleich zwei Tatsachen. Erstens, für viele ist die Befristung ein Sprungbrett in die Beschäftigung. Zweitens, besonders viele Jüngere bis zu 30 Jahren sowie Arbeitslose, gering Qualifizierte oder Menschen ohne Abschluss arbeiten auf Zeit. Das ist kein Skandal oder Grund zur Sorge.

Zwei Drittel der befristet Beschäftigten in der Altersklasse 15 bis 25 Jahren sind beispielsweise Auszubildende, deren Arbeitsverhältnis naturgemäß von begrenzter Dauer ist. Die Befristung junger Arbeitnehmer ist ein Übergangsphänomen. Denn je älter und erfahrener die Arbeitskraft, desto seltener gibt es befristete Jobs. Das belegt auch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Darin zeigt sich, dass von den Menschen, die zwischen 2012 und 2016 eine befristete Stelle angenommen hatten, bereits nach einem Jahr 38 Prozent, nach zwei Jahren 50 Prozent und nach drei Jahren sogar 56 Prozent in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen worden waren bzw. sich selbstständig gemacht hatten. Die angedachte Regulierung von befristeten Arbeitsverträgen könnte sich daher negativ auswirken und eben nicht das propagierte Ziel, mehr Sicherheit für Arbeitnehmer zu schaffen, erreichen. Im Gegenteil! Dadurch könnten Unternehmen verstärkt auf andere Formen der Beschäftigung wie Zeitarbeit oder Werkverträge zurückgreifen oder Einstellungen verlangsamen. Darunter leiden würden dann die Arbeitssuchenden. 

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