Ablöse für Azubis?

Erstellt am: 05.06.2019 – Geändert am: 05.06.2019

„Halte derartige dirigistische Ansätze für fragwürdig“

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Um dem Fachkräftemangel sowie dem Problem der Abwerbung von Azubis direkt nach ihrer Ausbildung entgegenzuwirken, hat der Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer diese Woche den Vorschlag einer Ablösesumme gemacht. Vorstellen kann man sich diese Idee wie die Ablösesumme, die für Fußballspieler gezahlt wird, die von einem Verein abgeworben werden. Die Idee stieß in Wirtschaft und Politik größtenteils auf Kritik. Auch Joachim Pfeiffer hegt Zweifel, ob eine Ablösesumme der richtige Lösungsweg ist: „Einerseits sehe ich rechtliche Unwägbarkeiten, andererseits halte ich derartige dirigistische Ansätze für fragwürdig. Es ist zu kurz gesprungen, zu meinen, dass bestehende Probleme mit immer neuen Regeln und staatlichen Vorgaben gelöst werden könnten.“ Das Problem der Azubi-Abwerbung existiere tatsächlich und müsse ernst genommen werden, allerdings sähe er vielmehr die Unternehmen selbst am Zuge. Sie hätten die Chance, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren, beispielsweise indem sie Verlässlichkeit zeigten, ein gutes Betriebsklima generierten, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten eröffneten oder übertarifliche Löhne zahlten. „Man muss heutzutage schon was tun, um die guten Mitarbeiter zu halten“, so Pfeiffer.

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