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21.04.2017 - 14:29 Uhr

50. Todestag Konrad Adenauers: Europäer mit Leidenschaft und Realismus

In der Mittagszeit des 19. April 1967 läuft eine Eilmeldung über den Ticker. Im ganzen Land senken sich die Fahnen auf Halbmast. Rundfunk und Extrablätter verkünden den Tod Konrad Adenauers. Der Gründungskanzler war um 13.21 Uhr in seinem Haus in Rhöndorf verstorben. Gerade einmal 20 Jahre nach Diktatur, Krieg und Holocaust verneigt sich die Welt vor dem deutschen Kanzler Konrad Adenauer und seinem Lebenswerk – der Schaffung eines demokratischen Deutschland im Herzen Europas. In keiner Kanzlerzeit haben sich Deutschland und Europa so verändert wie in den 14 Jahren der Ära Adenauer. Aus Trümmern entstand ein modernes Land. Die Soziale Marktwirtschaft setzte ökonomische Dynamik frei, sorgte für Teilhabe und sicherte gegen Not.

Die deutsch-französische Aussöhnung und die Einigung Europas betrachtete Adenauer als die beiden Seiten ein und derselben Medaille. Als im Mai 1950 der französische Außenminister Robert Schuman die Schaffung einer Montanunion vorschlug, war Adenauer sofort mit dabei. Es begann ein beispielloser Integrationsprozess, der der jungen Bundesrepublik die doppelte Chance der Rückkehr auf die politische Bühne und der wirtschaftlichen Entfaltung bot. Mit Schuman, Alcide de Gasperi, Jean Monnet und anderen wurde Adenauer zum Gründervater Europas.

Auch in den Anfangsjahren war das vereinte Europa nicht frei von Rückschlägen. Der Plan einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft scheiterte am französischen Souveränitätswillen; aus dieser Krise der Integration entstanden mit den Römischen Verträgen 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und die Europäische Atomgemeinschaft. Als eine Politische Union misslang, unterzeichnete Adenauer mit Charles de Gaulle 1963 den Elysée-Vertrag, der der deutsch-französischen Zusammenarbeit einen in die Zukunft weisenden Impuls gab. In einem Punkt allerdings irrte der Gründungskanzler, wie wir heute wissen: der wirtschaftlichen Integration folgte nicht automatisch eine politische. Adenauer hatte einen klaren politischen Kompass und als Realist einen ausgeprägten Sinn für das Machbare: „Wenn nicht gleich die bestmögliche Lösung erreicht werden kann, so muss man eben die zweit- oder drittbeste nehmen. Wenn nicht alle mittun, dann sollen die handeln, die dazu bereit sind.“

Adenauers europapolitisches Vermächtnis bleibt zeitlos. In seiner letzten großen Rede in Madrid zwei Monate vor seinem Tod mahnte er die Europäer: „Wenn der politische Einfluss der europäischen Länder weiterbestehen soll, muss gehandelt werden. […] Europa muss groß sein, muss Kraft haben, muss Einfluss haben, um seine Interessen in der Weltpolitik zur Geltung bringen zu können.“ Europa braucht mehr Europäer wie ihn, Europäer mit Realismus und Leidenschaft.

 

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